230
Guͤter, und zwar ſchon vom Tage des Todes angerech⸗ net, wenn er die Auslieferung in dem Jahr nach jenem Tode gefodert hat. Fodert er ſie hingegen in dieſer Zeit nicht: ſo faͤngt jener Genuß erſt von dem Tage an, wo er ſie gerichtlich fodert, oder von dem Tage, wo man ihm die Auslieferung freiwillig zugeſtanden hat.
1006. Sind hingegen beim Tode des Teſtators keine Erben vorhanden, fuͤr die das Geſetz einen gewiſſen Theil ſeines Vermoͤgens vorbehaͤlt: ſo geht es durch den Tod von ſelbſt und ohne weiteres auf den allgemeinen Legatar uͤber, der ſodann die Auslieferung nicht zu fodern braucht.
1007. Ein krlöſtgeſtheichenes oder holographiſches Teſtament muß, ehe es in Voll Bug geſetzt werden kann, dem Praͤſidenten des Gerichts erſter Inſtanz in dem Be⸗ zirk, wo die Erbfolge eroͤffnet iſt, uͤberreicht werden. Wenn ein ſolches Teſtament verſiegelt iſt, ſo wird es er⸗ oͤffnet. Der Praͤſident fertigt uͤber die Ueberreichung, die Eroͤffnung und den Zuſtand, worin ſich das Teſtament be⸗ findet, ein Protokoll an, und befiehlt weiter, daß es hin⸗ terlegt werden ſolle bei dem Notar, den er dazu verordnet.
Iſt das Teſtament ein heimliches oder myſtiſches: ſo geſchieht die Ueberreichung, Eroöͤffnung, Beſchreibung und Hinterlegung auf die naͤmliche Art; die Eroͤffnung darf jedoch nicht geſchehen, als in Beiſeyn jener Notare und Zeugen, welche die Ueberſchreibungsacte unterzeichnet ha⸗ ben, in ſo fern ſie ſich an Ort und Stelle befinden, oder vorher gehoͤrig beſchieden worden ſind.
1008. Wenn in dem Falle des Art. 1006 das Te⸗ ſtament ein ſelbſtgeſchriebenes oder heimliches iſt: ſo muß ſich der allgemeine Legatar in den Beſitz weiſen laſſen, und zwar durch einen Befehl des Praͤſidenten, den er un⸗ ten auf die desfalls uͤberreichte Bittſchrift ſetzt. Dieſer Bittſchrift wird die Hinterlegungsacte beigefuͤgt.
1009. Der allgemeine Legatar, der zur Erbſchaft ge⸗ langt, nicht allein, ſondern mit einem Erben, fuͤr den das Geſetz einen gewiſſen Guͤtertheil vorbehaͤlt, haftet fuͤr die Schulden und Laſten, womit der Nachlaß des Teſtators beſchwert iſt, perſoͤnlich fuͤr ſeinen Antheil, und hypothe⸗ kariſch fuͤr das Ganze. Auch muß er alle Vermaͤchtniſſe. entrichten oder abtragen, den Fall der Herabſetzung aus⸗ genommen, wie in den Art. 926 und 927 erklaͤrt worden.


