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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
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von allen Anweſenden, von dem Notar und dem Teſtator, und von den Zeugen.

Alles, was hieroben vorgeſchrieben iſt, muß nachein⸗ ander geſchehen und ohne daß andere Handlungen zwiſchen laufen koͤnnen. Wenn aber den Teſtator, nachdem er das Teſtament bereits unterzeichnet hat, ein Hinderniß uͤber⸗ faͤllt, wodurch er die Ueberſchreibungsacte nicht unterzeich⸗ nen kann: ſo wird die Erklaͤrung, die er desfalls thut, bemerkt, und es iſt in einem ſolchen Falle nicht noͤthig, die Zeugenzahl zu vermehren.

977. Wenn der Teſtator Schreibens unerfahren iſt, oder, wenn er in dem Augenblicke, wo er ſeine Verfuͤgun⸗ gen ſchreiben ließ, nicht unterzeichnen konnte: ſo wird zu dem Ueberſchreibungsacte noch ein Zeuge mehr berufen, als die Zahl iſt, welche der vorhergehende Artikel feſtſetzt. Dieſer unterzeichnet die Acte mit den andern Zeugen, und in derſelben wird die Urſache bemerkt, warum er iſt beru⸗ fen worden.

978. Wer nicht leſen kann, oder es nicht gelernt hat, kann in der Form eines heimlichen oder myſtiſchen Teſta⸗ ments nicht verfuͤgen.

979. Wenn der Teſtator zwar nicht reden, aber doch ſchreiben kann: ſo kann er ein heimliches Teſtament ma⸗ chen. Dann aber muß das Teſtament von ſeiner Hand ganz geſchrieben, datirt und unterzeichnet ſeyn; er muß es dem Notar und den Zeugen uͤberreichen, und in ihrer Gegenwart oben auf die Ueberſchreibungsacte ſchreiben, daß das Papier, ſo er uͤbergibt, ſein Teſtament oder letz⸗ ter Wille ſey. Hierauf ſchreibt der Notar die Ueberſchrei⸗ bungsacte, und bemerkt darin, daß der Teſtator die obi⸗ gen Worte in ſeiner und der Zeugen Gegenwart geſchrie⸗ ben habe. Uebrigens wird noch alles beobachtet, was im Art. 976 vorgeſchrieben iſt..

980. Alle zu Teſtamenten berufene Zeugen muͤſſen maͤnnlichen Geſchlechts, großjaͤhrig, Unterthanen des Kai⸗ ſers und in dem Genuſſe der buͤrgerlichen Rechte ſeyn.

Zweiter Abſchnitt. Beſondere Regeln uͤber die Form gewiſſer Teſtamente. Art. 081. Militair⸗ und ſonſtige bei den Heeren an⸗ geſtellte Perſonen, im welchem Lande ſie immer ſeyn moͤgen,