=— 222— Fuͤnftes Capit el. Von letztwilligen Verfuͤgungen.
Erſter Abſchnitt.
Allgemeine Regeln uͤber die Form der Teſtamente oder letztwilligen Verfuͤgungen.
Art. 967. Jedermann iſt befugt, durch Teſtament zu ver⸗ fuͤgen, es geſchehe dies unter dem Titel einer Erbesein⸗ ſetzung, eines Vermaͤchtniſſes, oder unter jeder andern Be⸗ nennung, wenn man nur ſeinen Willen dadurch offenbaren kann.
968. Zwei oder mehrere Perſonen koͤnnen in einem und dem naͤmlichen Acte kein Teſtament machen, weder zu
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Gunſten eines Dritten, noch unter dem Namen einer wech⸗
ſelſeitigen Verfuͤgung.
969. Es gibt dreierlei Arten der Teſtamente: ſelbſt⸗ geſchriebene*, oͤffentliche oder feierliche 2*), und heimliche oder myſtiſche**r).
970. Ein ſelbſtgeſchriebenes oder holographiſches Te⸗
ſtament iſt nur in ſo weit guͤltig, als es ganz von der eigenen Hand des Teſtators geſchrieben, datirt und unter⸗ zeichnet iſt. Es bedarf zu ſeiner Guͤltigkeit keiner andern Form.
971. Ein oͤffentliches Teſtament iſt ein ſolches, das von zwei Notaren in Gegenwart von zwei Zeugen, oder von einem Notar in Gegenwart von vier Zeugen aufge⸗ nommen wird.
972. Wird das Teſtament von zwei Notaren aufge⸗ nommen: ſo dictirt es ihnen der Teſtator, und einer von beiden Notaren ſchreibt es nieder, ſo, wie der Teſtator es dictirt.
*) Testament olographe, von der eigenen Hand des Teſtators 0lobral. eigenen H ganz geſchriebenes, oder holographiſches Teſtament.
*) Testament fait par acte public.
***) Testament feit dans la forme mystique.


