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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
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gehoͤriger Form bekannt gemacht, obſchon vielleicht die Klage um Wiedererlangung des Beſitzes der geſchenkten Guͤter erſt nach dieſer Bekanntmachung angeſtellt worden.

963. Guͤter, welche in einer Schenkung begriffen ſind, die von Rechtswegen und ohne weiteres widerrufen iſt, kehren zum Vermoͤgen des Geſchenkgebers zuruͤck, frei und ledig von allen Laſten und Hypotheken, die von dem Ge ſchenknehmer herruͤhren. Sie haften der Frau des Ge⸗ ſchenknehmers nicht fuͤr die Ruͤckerſtattung des Braut⸗ ſchatzes, noch dafuͤr, daß ſie ihre Wiedernahmsrechte oder ſonſtige bei Gelegenheit der Ehe geſchloſſene Vertraͤge aus⸗ uͤben koͤnne, ſelbſt nicht einmal aushuͤlfsweiſe; und dies gilt, wenn ſchon die Schenkung zu Gunſten der Ehe des Geſchenknehmers geſchehen, und in den Contrakt eingeruͤckt worden, und wenn ſchon der Geſchenkgeber ſich durch die Schenkung als Buͤrge verpflichtet haͤtte, den Heirathsver⸗ trag zu vollziehen.

964. Schenkungen, welche auf ſolche Art widerrufen ſind, leben nicht wieder auf, und werden nicht wieder kraͤf⸗ tig, weder dadurch, daß das Kind des Geſchenkgebers ſtirbt, noch durch ſonſt einen beſtaͤtigenden Act. Will aber der Schenker die naͤmlichen Guͤter dem naͤmlichen Geſchenk nehmer geben, entweder vor oder nach dem Tode des Kin⸗ des, deſſen Geburt den Widerruf der Schenkung verur⸗ ſacht hatte: ſo kann er dies nicht anders, als durch eine neue Verfuͤgung.

965. Jede Clauſel oder Uebereinkunft, wodurch der Geſchenkgeber der Befugniß, die Schenkung wegen uͤber⸗ kommender Kinder zu widerrufen, entſagt haͤtte, wird als nichtig betrachtet, und iſt ohne alle Wirkung.

966. Um eine Schenkung geltend zu machen, die ſich durch das Ueberkommen von Kindern widerrufen findet, koͤnnen zwar der Geſchenknehmer, ſeine Erben, oder die, welche in ſein Recht treten, und jeder andere Inhaber der ge⸗ ſchenkten Gegenſtande, ſich auf die Verjaͤhrung berufen; ſie koͤnnen dieſelbe aber nicht entgegen ſetzen, als nach ei nem dreißigjaͤhrigen Beſitze. Die dreißig Jahre fangen nicht an zu laufen, als von dem Tage, wo das letzte Kind des Geſchenkgebers, waͤre es auch ein Nachkind, ge⸗ boren wird, und dies noch unbeſchadet der Uuterbrechun⸗ gen, welche das Geſetz beſtimmt.