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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
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635. Wenn der Gebrauchnehmer die Fruͤchte des Grundſtuͤckes ganz wegnimmt, oder wenn er das Haus ganz einnimmt: ſo muß er die Koſten der Bebauung tra⸗ gen, ſo wie die Reparationen, welche noͤthig ſind, das Gut im Stande zu erhalten, und die oͤffentlichen Abgaben entrichten, gerade wie der Nutznießer.

Braucht er aber nur einen Theil der Fruͤchte, oder nimmt er nur einen Theil des Hauſes ein: ſo traͤgt er zu allem bei, nach Verhaͤltniß deſſen, was er genießt.

636. Wie es mit dem Gebrauch der Holzungen und Waͤlder gehalten werden muͤſſe, beſtimmen eigene Geſetze.

Vierter Titel.

Von Dienſtbarkeiten oder Grundgerech⸗ tigkeiten*

Art. 637. Eine Dienſtbarkeit oder Grundgerechtig⸗ zeit iſt eine Laſt, die auf ein Erb gelegt iſt zum Gebrauch und Nutzen eines Erbes, das einem andern Eigenthuͤmer gehoͤrt. 638. Keine Grundgerechtigkeit gibt einem Erbe vor dem andern ein Vorrecht, oder einen! Vorzug.

639. Jede Grundgerechtigkeit hat zum Entſtehungs⸗ grunde entweder die natürliche Lage der Plaͤtze, oder eine Verbindlichkeit, welche das Geſetz auflegt, oder irgend ei nen Vertrag der Eigenthuͤmer untereinander.

Erſtes Capitel. Von Grundgerechtigkeiten, welche die Lage veranlaßt.

Art. 640. Grundſtuͤcke, welche tiefer liegen, muͤſſen von Grundſtuͤcken, welche hoͤher liegen, das Waſſer aufnehmen,

*) Geſetz vom 10. Pluvioſe 12. J.(31. Januar 1804). Promul⸗ girt den 20.(10. Februar 1804).