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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
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Je nachdem die Umſtaͤnde in ſolchen Faͤllen wichtig ſind, kann der Richter ſeine Entſcheidung entweder dahin geben, daß der Nießbrauch ganz aufhoͤren ſoll, oder ver⸗ ordnen, daß zwar der Eigenthuͤmer in den Genuß des mit der Nutznießung beſchwerten Gegenſtandes wieder eintre⸗ ten, aber doch dem Nutznießer, oder denen, die ſein Recht haben, jaͤhrlich eine beſtimmte Summe bezahlen ſoll, und zwar bis auf die Zeit, wo ſonſt der Nießbrauch aufgehoͤrt haͤtte.

619. Wenn der Nießbrauch nicht fuͤr Privatperſo⸗ nen* beſtellt iſt, ſo dauert er nur 30 Jahre.

620. Der Nießbrauch, der ſo beſtellt iſt, daß er dauern ſolle, bis eine dritte Perſon ein beſtimmtes Alter erreicht hat, dauert bis zu dieſer Zeit, wenn ſchon die dritte Perſon vor dem alſo feſtgeſetzten Alter ſtirbt.

621. Wird die Sache, worauf der Nießbrauch haf⸗ tet, verkauft: ſo aͤndert dies nichts an dem Rechte des Nutznießers; ſondern er bleibt in ſeinem Genuſſe, wofern er nicht foͤrmlich darauf verzichtet hat.

622. Es ſteht aber den Glaͤubigern des Nutznießers frei, die Verzichtleiſtung, die er allenfalls zu ihrem Nach⸗ theil gethan haͤtte, fuͤr nichtig erklaͤren zu laſſen.

623. Geht bloß ein»Cheil der Sache, worauf der Nießbrauch haftet, zu Grunde: ſo behaͤlt der Nutznießer den Genuß deſſen, was uͤbrig bleibt.

624. Wenn der Nießbrauch bloß auf einem Gebaͤu⸗ de haftet, und ein ſolches Gebaͤude entweder durch Brand oder ſonſt einen Unfall zu Grunde geht, oder vor Alter einſtuͤrzt: ſo hat der Nutznießer kein Recht auf den Ge⸗ nuß des Bodens oder der Materialien.

Haftete aber der Nießbrauch nicht bloß auf einem Gebaͤude, ſondern auf einem Gute, wovon das Gebaͤude einen Theil ausmachte: ſo hat in einem ſolchen Falle der Nutznießer den Genuß des Bodens und der Materialien⸗

4⁴) Sondern etwa fuͤr moraliſche Perſonen, Körperſchaften.