— 4148— Zweiter Abſchnitt. Von den Verbindlichkeiten des Nuhnießers.
Art. 600. Der Nutznießer uͤbernimmt die Sachen in dem Zuſtande, worin ſie ſind. Er kann aber ihren Ge⸗ nuß erſt dann antreten, nachdem er ein Inventarium der beweglichen und einen Status der unbeweglichen Sachen, die in den Nießbrauch fallen, hat machen laſſen. Der Ei⸗ genthuͤmer muß bei dieſer Aufnahme gegenwaͤrtig, oder doch zu derſelben gehoͤrig berufen ſeyn.
601. Er leiſtet Buͤrgſchaft, daß er als ein guter Hausvater genießen wolle, ausgenommen, wenn der Act, wodurch der Nießbrauch beſtellt wird, ihn dieſer Verbind⸗ lichkeit uͤberhebt.
Zu dieſer Buͤrgſchaft ſind indeſſen nicht verbunden Vater und Mutter, wenn ſie den geſetzlichen Genuß des Ver⸗ moͤgens ihrer Kinder haben, und der Verkaͤufer oder Schen⸗ ker, wenn ſie ſich den Nießbrauch vorbehalten haben.
602. Wenn der Nutznießer keine Buͤrgſchaft findet: ſo werden die unbeweglichen Guͤter verpachtet oder ſeque⸗ ſtrirt;
die Summen, welche im Nießbrauch begriffen ſind, werden angelegt oder ausgethan;
die Lebensmittel werden verkauft, und die daraus ge⸗ loͤſte Baarſchaft ebenfalls ausgethan;
die Zinſen jener Summen, ſo wie die Pachtgelder, gehoͤren in dieſem Falle dem Nutznießer.“
603. Kann der Nutznießer keine Buͤrgſchaft finden: ſo kann der Eigenthuͤmer fodern, daß die beweglichen Din⸗ ge, die ſich durch den Gebrauch verbrauchen, verkauft, und die Kaufſchillinge ausgethan werden, wie bei den Le⸗ bensmitteln. Demungeachtet kann der Nutznießer verlan⸗ gen, und die Richter koͤnnen den Umſtaͤnden nach befehlen, daß ihm ein Theil der beweglichen Sachen zu ſeinem Ge⸗ brauch gelaſſen werde, und zwar unter der bloßen eidli⸗ chen Verbuͤrgung und der Verpflichtung, ſie wieder zu er⸗ ſtatten, ſobald der Nießbrauch ein Ende nimmt.
604. Dadurch, daß der Nutznießer nicht gleich Buͤrg⸗ ſchaft leiſtet, verliert er nicht die Fruͤchte, wozu er uͤbri⸗


