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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
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Diejenigen Fruͤchte, welche im naͤmlichen Stande⸗ ſind zur Zeit, wo der Nießbrauch aufhoͤrt, gehoͤren dem Eigenthuͤmer. In einem, wie dem andern Fall, wird fuͤr Arbeit und Ausſaat nichts verguͤtet. Wenn aber beim Anfang oder Ende des Nießbrauches ein Halbwinner vor⸗ handen iſt: ſo bleibt demſelben ſein Recht auf den Theil der Fruͤchte, den er etwa erworben hat, in beiden Faͤllen ungekraͤnkt.

586. Nicht ſo verhaͤlt es ſich mit den buͤrgerlichen Fruͤchten: ſie werden, dem Rechte nach, von Tag zu Ta⸗ ge erworben, und gehoͤren mithin, nach Verhaͤltniß der Dauer ſeines Genuſſes, dem Nutznießer. Dieſe Regel fin⸗ det ihre Anwendung auf Pachtgelder, ſo wie auf den Hauszins und andere buͤrgerliche Fruͤchte.

587. Wenn der Nießbrauch Sachen zum Gegenſtan⸗ de hat, die man nicht brauchen ‚ann, ohne ſie zu verbrau⸗ chen, wie baares Geld, Getreide, Getraͤnke: ſo hat der Nutznießer das Recht, ſie zu brauchen, unter der Bedin⸗ gung, daß er bei Beendigung des Nießbrauches, eben ſo⸗ viel und von der naͤmlichen Eigenſchaft und von dem naͤm⸗ lichen Werthe oder den Betrag, worauf ſie geſchaͤtzt ſind, erſtatte.

588. Wer den Nießbrauch einer Leibrente hat, iſt auch berechtigt, ſo lange ſein Genuß dauert, die Ruͤckſtaͤn⸗ de davon einzunehmen, ohne daß er desfalls zu irgend einer Wiedererſtattung angehalten werden koͤnne.

589. Wer die Nutznießung von Sachen hat, die ſich zwar nicht gleich verbrauchen, aber durch den Gebrauch allmaͤhlig verſchlimmern, wie Leinwand, Hausrath, iſt be⸗ rechtigt, den Gebrauch davon zu machen, zu welchem der⸗ gleichen Gegenſtaͤnde beſtimmt ſind; und er iſt bei Been⸗ digung des Nießbrauches zu weiter nichts verbunden, als ſie in dem Zuſtande wiederzugeben, worin ſie ſich als⸗ dann befinden. Nur muͤſſen ſie nicht durch ſeine Schuld oder Argliſt verſchlimmert ſeyn.

590. Wenn unter der Nutznießung Schlagholz be⸗ griffen iſt: ſo hat ſich bei der Benutzung der Nießbrau⸗ cher nach der Ordnung zu richten, welche die Waldſcho⸗ nung erfodert, und der beſtaͤndige Gebrauch der Eigenthuͤ⸗ mer eingefuͤhrt hat. Eben hierauf hat er auch Ruͤckſicht 10