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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
101
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101 Zehnter Tit el.

Von der Minderjaͤhrigkeit, der Vormund⸗ ſchaft und der Emancipation.*).

Erſtes Capitel. Von der Miuderjaäͤhrigkeit. Art. 388. Minderjaͤhrig heißt ohne Unterſchied des Geſchlechts der Menſch, der noch keine volle einundzwan⸗ zig Jahre alt iſt. Zweites Eapitel. Von der Vormundſchaft**). Erſter Abſchnitt. Von der Vormundſchaft der Eltern.

Art. 389. Waͤhrend der Ehe iſt der Vater Ver⸗ walter der perſoͤnlichen Guͤter ſeiner minderjaͤhrigen Kinder.

*) Geſetz vom 5. Germinal 11. Jahrs(26. Maͤrz 1803). Pro⸗ mulgirt den 15.(5. April 1803).

**) Putelle. Der Minderjaͤhrige findet, ſo lange ſeine Eltern le⸗ ben, in ihnen ſeine natuͤrlichen Beſchuͤtzer. Stirbt aber einer von ihnen, oder beide: ſo nimmt ſich der Staat oder das Ge⸗ ſetz ſeiner an, und uͤbertraͤgt die Sorge fuͤx ihn gewiſſen Per⸗ ſonen, die Vormuͤnder genannt werden, in ſo, weit⸗ dieſe vom Staat oder Geſetz uͤbertragene Sorge alle Angelegenhei⸗ ten des Minderjaͤhrigen zum Gegenſtande hat. Das Amt ei⸗ ner ſolchen Perſon heißt Vormundſchaft.

Curatoren heißen diejenigen vom Gefetz oder Staate beſtellten Perſonen, denen nicht alle Angelegenheiten ihrer Pflegebefohlenen, ſondern nur ein Zweig derſelben, z. B. ihre Erziehung allein, ein gewiſſes Geſchaͤft, ein Kauf, Verkauf, eine Theilung u. ſ. w. zur Beſorgung uͤbertragen iſt.

Beiſpiele, wo einem ein Curator geſtellt wird, liefern die untea folgenden Art. 480⸗ und⸗ 482.

Die eigentlichen Varmuͤnder und die Curatoren kommen auch wohl oft unter der Benennung V ormuͤnder, im all⸗ gemeinen Sinne vor.