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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
85
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309. Im Falle ein ſolches Urtheil ergangen iſt, ſteht es dem Manne noch frei, es unwirkſam zu machen, wenn er ſich dazu verſteht, ſeine Frau wieder anzunehmen.

310. Wenn die Scheidung von Bett und Tiſch, nicht weil die Frau Ehebruch begangen, ſondern wegen je⸗ der andern Urſache ausgeſprochen war, und drei Jahre lang gewaͤhrt hat: ſo kann der Ehegenoſſe, der urſprung⸗ lich Beklagter war, vor Gericht gehen, und die Eheſchei⸗ dung fodern; und das Gericht laͤßt dieſelbe zu, es ſey denn, daß der urſpruͤngliche Klaͤger, er ſey nun gegen⸗ waͤrtig, oder gehoͤrig vorbeſchieden, ſich auf der Stelle dazu verſtehe, die Scheidung von Bett und Tiſch aufhoͤ⸗ ren zu laſſen.

311. Die Scheidung von Bett und Tiſch hat im⸗ mer zur Folge die Trennung der Guͤter.

Siebenter Titel).

Von der Vaterſchaft und Kindſchaft*).

Erſtes Capitel.

Von der Kindſchaft rechtmaͤßiger oder in der Ehe geborner Kinder.

Art. 312. Das Kind, ſo waͤhrend der Ehe iſt empfan⸗ gen worden, hat zum Vater den Ehemann.

Jedoch kann der Ehemann das Kind ableugnen, wenn

er beweiſet, daß er waͤhrend der Zeit, die vom dreihun⸗

*) Geſetz vom 2. Germinal 11. Jahrs(23. Maͤrz 1803). Pro⸗ mulgirt den 12.(2. April 1803).

*) Paternité et filiation. Beide Ausdruͤcke kommen gewoͤhnlich nicht vor, als in Rechtshaͤndeln, wo es auf die Frage ankommt, ob dieſer oder jener ein Kind von dieſem oder ſenem ſey⸗ mit⸗ hin auf die Kindſchaft(filiation), oder ob dieſer oder jener von dieſem oder jenem der Vater ſey, mithin auf die Vater⸗ ſchaft(paternité).