1 18 Die Forderungen der Juden betreffend.
welches von einem unſerer Unter⸗ thanen, der kein Handelsmann iſt, zum Vortheile eines Juden unter⸗ zeichnet worden iſt, kann eingefor⸗ dert werden, ohne daß der Inha⸗ ber beweiſt, daß deſſen erth ganz und ohne Betrug hergegeben worden ſey.. 5. Jede Forderung, deren Kapi⸗ tal auf eine offenbare oder verbor⸗ gene Art, durch Anhaͤufung meh⸗ rerer Zinſen als fuͤnf vom Wn dert erſchwert worden iſt, ſoll von unſern Tribunäalen herabgeſetzt werden.— Ueberſteigen die zum Kapital geſchlagenen Zinſen zehn vom Hundert, ſo ſoll die Forde⸗ rung fuͤr wucheriſch erklärt und als ſolche vernichtet werden. 6. In Anſehung der rechtmaͤßi⸗ gen und nicht wucheriſchen For⸗ derungen ſind unſere Gerichte er⸗ Nchtigt den Schuldnern billige Zahlungsfriſten zu geſtatten.
Zweiter Titel.
7. In der Zukunft, und vom 1. des künftigen Monats Juni an, darf kein Jude irgend einen Han⸗ del im Großen oder im Kleinen, noch ſonſt ein Geſchaͤft, welches in Kaufen, Verkaufen oder Austau⸗ ſchen beſtehet, treiben, ohne zu die⸗ ſem Ende ein Patent von dem Praͤfekten des Departements er⸗ halten zu haben; dieſes Patent ſoll nur auf genau eingezogene Erkundigungen, und auf ein Zeug⸗ niß 1) des Munzipalrathes, daß beſagter Jude weder Wucher noch einen unerlaubten Handel getrie⸗ ben hat, 2) des Konſiſtoriums der Synagoge, in deren Bezirke er wohnt, uͤber ſeine gute Auffuͤhrung und Redlichkeit ertheilt werden.
8. Dieſes Patent muß alle Jahre erneuert werden.
9. Unſere Generalprokuratoren bei unſern Juſtitzhoͤfen werden ins⸗ beſondere beauftragt, beſagte Pa⸗ tente mittelſt einer eigends dafuͤr erlaſſenen Entſcheidung des Ho⸗ fes wiederrufen zu laſſen, ſo oft
es zu ihrer Wiſſenſchaft gelangt, daß ein mit einem Patente ver⸗ ſehener Jude Wucher treibt, oder ſich mit einem betruͤgeriſchen Han⸗ del abgibt..
10. Jedes von einem nicht pa⸗ tentiſirten Juden vorgenommene Handelsgeſchaͤft iſt nichtig, und kraftlos..
11. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit jeder von einem nicht patentiſir⸗ ten Juden auf Guͤter genomme⸗ nen Hypothek, wenn bewieſen wird, daß die Hypothek fuͤr eine Forderung, die aus einem Wech⸗ ſelbriefe entſpringt, oder fuͤr ir⸗ gend ein Handelsgeſchaͤft im Gro⸗ ben oder Kleinen genommen wor⸗
den iſt.
12. Alle Kontrakte oder Schuld⸗ verſchreibungen, die zu Gunſten eines nicht patentiſirten Juden fuͤr Urſachen unterzeichnet worden ſind, die mit dem Handel im Großen oder Kleinen oder ſonſti⸗ gen Handelsgeſchaͤften nichts ge⸗ mein haben, koͤnnen zu Folge ei⸗ ner Zeugenvernehmung von un⸗ ſern Tribunaͤlen nochmals unter⸗ ſucht werden. Der Schuldner ſoll zum Beweiſe zugelaſſen werden, daß Wucher oder ein Reſultat eines betrugeriſchen Handels vor⸗ handen ſey; wird der Beweis ge⸗ liefert, ſo koͤnnen die Forderun⸗ gen entweder vom Gerichte nach Gutdefinden heruntergeſetzt, oder
wenn der Wucher zehn Prozent uͤberſteigt, für nichtig erklart werden.
13. Die Verfuͤgungen des Art. 4 Tit. 1 des gegenwaͤrtiges De⸗ kretes, in Betreff der Wechſelbriefe, der Scheine, die auf Ordre lau⸗ ten ꝛc. ſind füͤr die Zukunft ſo wohl als fuͤr die verfloſſene Zeit anwendbar.
14. Kein Jude darf Dienſtbo⸗ ten oder Leuten, die gegen kohh dienen, auf Pfaͤnder leihen; ſelbſt andern Perſonen darf er nur in ſo fern auf Pfaͤnder leihen, als daruͤber eine Notarialurkunde ver⸗
nntemen reltſen
— d Anwin dihe d ſeden vmatt
5, 0 Nun ſm ſc udere balet


