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Die fünf französischen Gesetzbücher : in deutscher Sprache nach den besten Übersetzungen : Nebst den bezüglichen Gesetzen, Dekreten, Staatsrathsgutachten, Ministerialumschreiben, und allen seit 1814 in den Landen des linken Rheinufers und später in dem Rheinkreise ergangenen Gesetzen, Verordnungen und Instruktionen, wodurch die französische Gesetze aufgehoben, abgeändert und erläutert werden
Entstehung
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Die Stellvertreter der Konſcribirten betreffend. 15

die Laͤnge ihrer Dienſte und die dabei an ihrer Erwerbsfaͤhigkeit erlittenen Nachtheile zu treffen. Die Landesadminiſtrationskommiſ⸗ ſion findet ſich daher veranlaßt, folgendes zu verordnen:

1. Da nach den franzöͤſiſchen Konſcriptionsgeſetzen und zwar insbeſondere nach der Verordnung vom 19. Fruktidor, Jahr 6, Arti⸗ kel 21, fünf Jahre die laͤngſte Dauer der ſchuldigen Militaͤrdienſte eines Konſcribirten waren, ſo iſt

der dem Stellvertreter gebuͤhrende Antheil an der im Ganzen ihm

verhießenen Entſchädigung nach dem Verhaͤltniſſe der von ihm im Militaͤrdienſte fuür einen andern Konſcribirten zugebrachten Zeit zu fuͤnf Jahren auszumeſſen.

2. Die Miilieaͤrdienſtzeit der Stellvertreter iſt denjenigen, die

nach dem 1. Januar 1814 ihre

Regimenter verlaſſen haben, bis zum Austritt aus dem Kriegs⸗ dienſte, und der Ruüuͤckkehr ins Vaterland anzurechnen.

3. Obſchon die Militaͤrdienſtzeit derſelben ſich läͤngſtens eigentlich nur bis den 30. Mai 1814 vori⸗ gen Jahrs erſtrecken durfte, ſo iſt doch, in ſo ferne ſie damals ohne ihre Schuld durch ein aͤuße⸗ res Hinderniß als z. B. durch Gefangenſchaft, Krankheit, Ver⸗ wundung noch einige Zeit außer Stand geſetzt waren, heimzukeh⸗ ren, auch die weitere Zeit bis ihre Ruͤckkunft moöͤglich war, hinzuzu⸗ rechnen. Jenen Stellvertretern aber die nach dem 30. Mai v. J. freiwillig noch fort an im fran⸗ zöſiſchen Militaͤrdienſte geblieben ſind, iſt, wenn ſie Innlaͤnder ſind, der ihnen fuͤr die Dienſte vor dem 30. Mai gebuͤhrende Entſchaͤdi⸗ gungsbetrag ſo lange ſie nicht zu⸗ rückgekehrt ſind, nicht zu verab⸗ folgen..

4. Dagegen iſt bei jenem Stell⸗ vertreter, der durch die franzoͤſi⸗ ſche Regiernng ſpaͤterhin ſelbſt zum Dienſte berufen wurde, wo⸗

durch der Vertretene dann genö⸗ thiget war, entweder nun ſelbſt zu dienen, oder ſich einen neuen Stellvertreter zu verſchaffen, nur die fruͤhere Dienſtzeit bis zum Au⸗ genblicke, wo er ſelbſt aufgerufen wurde, und alſo nicht mehr fuͤr einen Anderen, ſondern für ſich ſelbſt zu dienen anfieng, in An⸗ ſchlag zu bringen.

5. Der Stellvertreter kann in keine m Fall angehalten werden, von dem was er von dem Ver⸗ tretenen auf Abſchlag des bedun⸗ genen Einſtandsgeldes bereits empfangen hat, etwas mehr zu⸗ rüatzugahlen.

6. Wenn der Stellvertreter waͤh⸗ rend ſeiner Dienſtzeit geſtorben iſt, oder ſolche koͤrperliche Gebre⸗ chen erlitten hat, die ihm nach den franzoͤſiſchen Geſetzen wegen Untauglichkeit zum Dienſte ſeinen Abſchied(Congé de reforme) per⸗ ſchaft haben wuͤrden, ſo gebuͤhrt ihm oder ſeinen Erben ohne Rück⸗ ſicht auf die Laͤnge ſeiner Dienſte der volle Betrag der bedungenen Entſchaͤdigung..

7. Ueber die Richtigkeit aller Umſtaͤnde, welche nach den vorer⸗ waͤhnten Beſtimmungen einen An⸗ ſpruch auf das ganze Einſtands⸗ geld oder doch auf einen Theil deſſelben begründen, liegt im Falle eines Streites immer dem Stellvertreter oder deſſen Erben der Beweis ob, wobei der Richter in Ermanglung guͤltiger Urkunden ohne Rückſicht auf die Summe auch den Zeugenbeweis und den Erfuͤllungseid zuzulaſſen hat.

8. Wenn insbeſondere der vor⸗ gegebene Tod des Stellvertreters von deſſen Erben weder durch einen Todtenſchein noch durch Zeugen erwieſen werden kann, ſo iſt es den Erben verſtattet, noch den Abweſenheitsprozeß nach den Vorſchriften des buͤrgerlichen Geſetzbuches, 1. Buch 4. Titel zu fuͤhren, welchem fuͤr dieſen Fall noch folgende Beſtimmungen bei⸗

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