14 Die Stellvertreter der Konſeribirten betreffend.
wenn dieſe Glaͤubiger ſind, und der Vormund durch Familienbe⸗ rathſchlagung zum Beitritt er⸗ maͤchtigt worden iſt, die naͤmliche Verſteigerungsart Statt haben. Sind ſie aber Schuldner, ſo muß bei dem Verkaufe der Guͤter nach denjenigen Formalitaͤten verfah⸗ ren werden, die das Geſetz für den Verkauf von Gütern der Minderjſährigen vorſchreibt.
46. Nach den Beſtimmungen des gegenwaͤrtigen Geſetzes richtet ſich künftig auch das Verfahren bei der Zwangsveraͤußerung kon⸗ ſtituirter Renten(Tit. X. Theil J. Bd. V. des Civilprozedurge⸗ ſeßen) ſoweit, als durch die Arti⸗ kel 647 und 652 auf das Verfah⸗ ren bei Zwangsveraͤuſſerung von unbeweglichen Guͤtern verwieſen wird.— Die betreffenden Artikel des genannten Titel X. nament⸗ lich Artikel 648, 649, 650 und 651 ſind ſomit aufgehoben, und die Verſteigerung ſolcher Renten ſoll kuͤnftig gleichfalls in der durch gegenwaͤrtiges Gefetz vorgeſchrie⸗ benen Form geſchehen.— Die Verſteigerung geſchieht im Wohn⸗ orte desjenigen, gegen welchen das
Renten eingeleitet worden iſt.
47. Vom Tage der Bekannt⸗ machung gegenwaͤrtigen Geſetzes treten die Verfuͤgungen des Titels XII. und XIII. des Civilprozedurge⸗ ſetzes, welche nicht ausdruͤcklich bei behalten worden ſind, außer Kraft.
48. Jedes bei Publikation dieſes Geſetzes bereits eingelei⸗ tete Zwangsveraͤuſſerungsverfah⸗ ren wird, wenn darin ſchon eine Bekanntmachung durch Anſchlags⸗ zettel geſchehen iſt, nach den For⸗ men des vorigen, im entgegenge⸗ ſetz en Falle aber nach den Ver⸗ fügungen des gegenwaͤrtigen Ge⸗ ſetzes beendigt.— Gegenwaͤrti⸗ ges Geſetz ſoll im Geſetzblatte, auch im Amtsblatte des Rheinkrei⸗ ſes beſonders bekannt hemacht werden, und ſeine Guͤltigkeit nur ſo lange behaupten, bis eine all⸗ gemeine, auch fuͤr den Rheinkreis verbindliche Civilgeſetzgebung fur das ganze Konigeich im verfaſ⸗ ſungsmaͤßigen Wege zu Stande Heracht ſeyn wird.— Gegeben,
egernſee am erſten Juni im
zwei und zwanzig.
III. Die Stellvertreter der
Konſcribirten betreffend.
0) Verordnung uüber die den ehemaligen Stellvertre⸗ tern der Konſcribirten gebührende Entſchaͤdigung.
Durch die Ereigniſſe des letzten Krieges und den Friedensſchluß vom 30. Mai v. J. haben die unter der vorigen franzoͤſiſchen Re⸗ gierung von den durch das Loos aufgerufenen Konſcribirten zu ihrer Vertretung im Militairdienſte ge⸗ ſchloſſenen Einſtandsverträge nun ihr Ende erreicht, und ſind die Stellvertreter weit fruͤher ihrer Militaͤrdienſte entledigt worden, als bei Abſchließung jener Vertraͤge vorzuſehen war.— Wenn gleich uͤber die künftige Militaͤrpflicht der Landeseinwohner uͤberhaupt, und jener insbeſondere, welche be⸗
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reits unter franzoͤſiſcher Regierung Miilitaͤrdienſte ſelbſt geleiſtet haben, oder ſich in ſelben durch andere vertreten ließen, noch nichts be⸗ ſtimmt werden kann, indem dies noch erſt von der künftigen Re⸗ gulirung der Militaͤrverfaſſung in dieſem Lande abhaͤngt, ſo wird es gegenwaͤrtig doch nothwendig zur Richtſchnur der Gerichte in Streitfaͤllen uͤber den fuͤr das Vergangene den Stellvertretern gebuͤhrenden Antheil an der ihnen im Ganzen vertragsmaͤßig bedun⸗ genen Entſchaͤvigung Beſtimmun⸗ gen mit der billigen Ruͤckſicht auf
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