12 Geſetz, die Vereinfachung des Verfahrens
zu bringen ſeyen; ſo kann er deß⸗ halb waͤhrend des ganzen Lau⸗ fes des Zwangsveraͤußerungsver⸗ fahrens und bis zur Verſteigerung, ſeine Klage(Diſtraktionsklage) ein⸗ fuühren.— Selbſt noch bei der Verſteigerung und vor dem Ver⸗ ſteigerungskommiſſaͤr iſt die Er⸗ klaͤrung, daß man jene Klage an⸗ ſtellen mwolle, zulaͤſſig.— Jedoch iſt in dieſem Falle der Klaͤger bei Verluſt aller ſeiner Rechte gehal⸗ ten, ſeine Klage in Zeit von zehn Tagen bei Gerichte einzufuhren.
34. Die im vorigen Artikel er⸗
waͤhnte Klage wird durch Klag⸗
ſchrift von Anwalt zu Anwalt ſowohl gegen den Schuldner, als gegen den das Zwangsveraͤuße⸗ rungsverfahren betreibenden, und gegen den im Hypothekenbuche auf das der Verſteigerung ausge⸗ ſetzte Grundſtuͤck zuerſt eingeſchrie⸗ benen Glaubiger angeſtellt.— Die⸗ jenigen Betheiligten, fuüͤr welche kein Anwalt in der Sache beſtellt iſt, wird die Klage durch den Gerichtsboten, und im Falle ſie gegen den erwaͤhnten erſten Hy⸗ pothekarglaͤubiger gerichtet iſt, an dem bei der Einſchreibung erwaͤhl⸗ ten Wohnſitz zugeſtellt.
35. Geht die Diſtraktionsklage nur auf einen Theil der zur Ver⸗ ſteigerung ausgeſetzten Gegenſtaͤn⸗ de, ſo hindert dieſes nicht, daß zur Verſteigerung der übrigen ge⸗ ſchritten werde.— Gleichwohl kann der Verſteigerungskommiſſaͤr auf Antrag der Betheiligten die ganze Verſteigerung aufſchieben.
36. Die Appellation von einem auf Diſtraktionsklage ergangenen Urtpeile muß bei Strafe der Un⸗ ulaͤſſigkeit in zehn Tagen nach Bunelhung des Uetheils an den Anwalt der Partei, oder in Er⸗ mangelung eines Anwaltes nach Zuſtellung des Urtheils, im wirk⸗ lichen oder im Falle, daß es einen Hypothekarglaͤubiger betrifft, in dem bei der Einſchreibung im Ky⸗ pothekenbuche gewaͤhlten Wohnſitz
deſſelben eingelegt werden.— Fuͤr jede 6 Stunden Entfernung des Wohnortes der einen Partei von jenem der andern wird obige Friſt um einen Tag verlaͤngert.
37. Die Klagen wegen Nichtig⸗ keiten in dem der Verſteigerung vorhergehenden Verfahren koͤnnen nicht fruͤher, als nachdem die in den Art. 7, 8, 9 und lt vorge⸗ ſchriebenen Bekanntmachungen ge⸗ ſchehen ſind, muͤſſen aber ſpaͤteſtens dreißig Tage vor dem feſtgeſetzten Verſteigerungstage bei Strafe der Unzulaͤtzigkeit eingeführtwerden.— Der Schuldner muß dieſe Klage in Form eines Klagegeſuches vor⸗ bringen, welches zugleich die Klag⸗ gruͤnde enthaͤlt, und in welcher der Anwalt des Beklagten von dem Tage in Kenntniß geſetzt wird, an welchem die Sache in öffentli⸗ cher Gerichtsſitzung verhandelt wer⸗ den ſoll.— Dieſe Verhandlung ſoll innerhalb acht Tagen, von der Ladung an gerechnet, Statt fin⸗ den, und wenigſtens zehn Tage vor dem Verſteigerungstage hat das Gericht uͤber die Nichtigkeits⸗ klage zu erkennen.
38. Nur waͤhrend acht Tagen, vom Tage dieſes Urtheils an ge⸗ rechnet, iſt die Berufung gegen daſſelbe zuläͤſſig. Die Berufung ſelbſt geſchieht durch Akt von An⸗ walt zu Anwalt. Der Appellant kann in der Appellationsinſtanz keine neue in der erſten Inſtanz nicht vorgebrachte Nullitaͤten gel⸗ tend machen.. 4
39. Sowohl im Falle einer Di⸗ ſtraktionsklage, wenn dieſelbe vor der Verſteigerung eingefuͤhrt wur⸗ de, als in jenem einer Nichtigkeits⸗ klage muß der die Zwangsver⸗ außerung betreibende Theil den Verſteigerungskommiſſaͤr noch vor
der Verſteigerung durch Gerichts⸗⸗
botenakt davon in Kenntniß ſetzen laſſen...
40. Iſt durch einen Inzident⸗ punkt die der Verſteigerung vor⸗
angehende zweite Verkuͤndigung
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