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bei Zwangsveraͤuſſerungen betreffend. 11†
oder der Nachlaͤßigkeit des betrei⸗ benden Glaͤubigers zulaͤſſig.—
Nachlaͤßigkeit iſt vorhanden, wenn
der betreibende Glanbiger eine
der in den obigen Artikeln vor⸗
geſchriebenen Foͤrmlichkeiten oder
Friſten nicht beobachtet hat.
29. Die in den Artikeln 27 und 28 erwaͤhnte Inzidentklage muß jedoch, bei Strafe der Unzulaͤſſig⸗ keit, noch vor der Anheftung der Anſchlagzettel eingefuͤhrt werden, und es findet von dem hierauf erfolgten Erkenntniß keine Beru⸗ fung Stat.
30. Der Glaͤubiger an deſſen Stelle ein Anderer zu Betreibung des Zwangsverauſſerungsverfah⸗ rens richterlich zugelaſſen wurde, iſt gehalten, dem an ſeine Stelle geſetzten Glaͤubiger die betreffen⸗ den Aktenſtuͤcke gegen Empfangs⸗ ſchein auszuliefern.— Seine Ko⸗ ſten und Auslagen aber, werden ihm eher nicht als nach erfolgtem Zuſchlage aus dem Kaufpreiſe dder vom Erſteigerer erſetzt.
31. Wenn ſich auf den zu Er⸗ oͤffnung des Schwierigkeitsproto⸗ kolls in dem Anſchlagzettel be⸗
ſtimmten Tag Betheiligte einfin⸗
den, welche Einwendungen oder Anſtaͤnde gegen die vorhabende Verſteigerung oder die feſtgeſetzten Bedingniſſe derſelben aus irgend einem Rechtsgrunde zu machen haben, ſo iſt es die Pflicht des Notaͤrs, die Parteien ſo viel möoͤglich, in Guͤte zu vereinigen. Schlaͤgt dieſe Vereinigung fehl, ſo hat der Notaͤr die Einwendun⸗ gen und Gegenerklaͤrungen in der Art zu Protokoll dunufi⸗huen, daß das Gericht, wo moglich ohne weitere kontradiktoriſche öͤffentliche Verhandlungen daruͤber entſchei⸗ den kann.— Jeder der Betheilig⸗ ten hat dabei auf allen Fall in dem Protokolle Wohnſitz bei einem Anwalte des kompetenten Bezirks⸗ gerichts zu wäͤhlen, wenn er nicht ſeinen wirklichen Bohnſit da het. — Dieſes Schwierigkeitsprotokoll
wird von den Intereſſenten und von dem Notaͤr unterzeichnet und dem Bezirksgerichte in Urſchrift zugeſendet..
32. Findet ſich das Gericht durch das Schwierigkeitsprotokoll über alle Thatumſtaͤnde hinlaͤnglich un⸗ terrichtet und aufgeklärt, und handelt es ſich nicht von Anſpruü⸗ chen, welche Dritte an das Ei⸗ genthum der zu veraͤußernden Guͤter zu machen haben, oder von Erhaltung der auf denſelben haf⸗ tenden Laſten; ſo entſcheidet daſ⸗ ſelbe innerhalb acht Tagen in der Rathskammer und der Gerichts⸗ ſchreiber hat dieſe Entſcheidung in den darauf folgenden acht Ta⸗ gen dem Verſteigerungskommiſſaͤr Pegen Schein in Abſchrift zuzu⸗ ertigen.— Gegen dieſes Urtheil findet keine Berufung Statt und der Notaͤr iſt gehalten, nach den darin enthaltenen Beſtimmungen in ſeinem weitern Verfahren ſich zu bemeſſen.— Findet aber das Gericht entweder in Ermanglung hinlaͤnglicher Aufklaͤrung oder wegen des Streitpunktes ſelbſt eine wei⸗ tere Vernehmlaſſung der Parteien fuͤr noͤthig, ſo verweißt es dieſe in die öffentliche Sitzung, wohin der betreibende Glaͤubiger die Be⸗ theiligten an den von ihnen in dem Schwierigkeitsprotokolle gewaͤhlten Wohnſitzen vorladen laͤßt, binnen acht Tagen zu erſcheinen.— Wenn es ſich hier nicht von einer Di⸗ ſtraktionsklage oder von einer Klage wegen Nichtigkeiten handelt, ſo entſcheidet das Gericht ebenfalls in acht Tagen, und es finden hin⸗ ſichtlich des an den Kommiſſaͤr aus⸗ zufertigenden Urtheils, hinſichtlich der Berufung gegen daſſelbe, und hinſichtlich des von dem Kommiſ⸗ ſaͤr zu beobachtenden Verfahrens die eben feſtgeſetzten Beſtimmun⸗ gen Statt.
.33. Glaubt Jemand, daß die in die Anſchlagszettel aufgenom⸗ menen Gegenſtaͤnde ganz oder zum Theil nicht zur Verſteigerung


