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bei Zwangsveraͤuſſerungen betreffend. 9
ter liegen.— Die Zwangsyverſtei⸗ gerungen ſollen auch nicht immer in ganzen Maſſen(en bloc) ge⸗ ſchehen muͤſſen, ſondern die Guͤter ſollen auch Stuͤck⸗ oder Theilweiſe verſteigert werden koͤnnen, wenn dagegen ein geſetzliches Hinderniß nicht obwaltet, oder der Glaͤubi⸗ ger erweislichermaßen einen Nach⸗ theil dadurch nicht leidet.— Der Verſteigerungskommiſſaͤr hat nach Vorleſung ſeines Kommiſſoriums und der Verſteigerungsbedingun⸗ en auch den anweſenden Kaufs⸗ iebhabern wiederholt anzukuͤndi⸗ en, daß der Zuſchlag der zu ver⸗ teigernden Gegenſtaͤnde ſogleich definitiv ſey, und daß nach erfolg⸗ tem Zuſchlage kein Nachgebot mehr angenommen werde.
15. Jeder Bürger kann ſelbſt oder durch Andere bieten. Die⸗ jenigen, welche fuͤr Dritte bieten, ſind jehalten ſogleich nach dem Zuſchlage und vor der Unterſchrift zu erklaͤren, für wen ſie Heſteihert haben. Dieſe in das Verſteige⸗ rungsprotokoll einzutragende Er⸗ klaͤrung iſt keinem fruͤhern Regi⸗ ſtrirungstermine unterworfen, als jener iſt, der für die Regiſtrirung des Verſteigerungsprotokolls vor⸗ geſchrieben iſt.— Derjenige, wel⸗ cher fuͤr einen Dritten erſteigert hat, muß in Zeit von acht Tagen von dem Zuſchlage an gerechned, von Seite desjenigen, fuͤr den er geſteigert hat, die Annahme bei⸗ bringen, und zwar entweder da⸗
durch, daß der Dritte ſelbſt vor
dem Verſteigerungskomm ſar ſeine
Annahmserklaͤrung zum Verſtei⸗
gerungsprotokolle abgibt, oder mit⸗ telſt authentiſcher Vollmacht oder Genehmigungsurkunde, welche dem Verſteigerungsprotokolle beigefuͤgt wird.— Erfolgt dieſe Annahme nicht in der vorgeſchriebenen Friſt, ſo wird derjenige, welcher fuͤr den Dritten geboten hat, ſeldſt als direkter Erſteigerer angeſehen und behandelt.
16. Der Schuldner kann weder ſelbſt noch durch Andere bieten. 17. Gleich nach Eröffnung der Verſteigerung werden nach und nach Lichter angezuͤndet, die ſo eingerichtet ſind, daß jedes ohnge⸗ fähr eine Minute dauert. Kein Zuſchlag kann geſcheben, wenn nicht vorher drei Lichter hinterein⸗ ander erloſchen ſind. Geſchehen vor der Erloͤſchung der drei erſten Lichter neuere Gebote, ſo darf nicht zugeſchlagen werden, bis zwei Lich⸗ ter, ohne daß inzwiſchen ein wei⸗ teres Gebot geſchehen waͤre, ver⸗ löſcht ſind.— Alles vorſtehende iſt bei Strafe der Nichtigkeit zu beob⸗
achten.— Meldet ſich kein Kaufs⸗
liebhaber, ſo bleibt der Verſtei⸗ gerungsgegenſtand dem betreiben⸗ den Glaͤnbiger fuͤr den Preisanſatz zugeſchlagen.
18. Die Koſten des Verſteige⸗ rungsprotokolls, des Steigerungs⸗ briefes, die hierauf Bezug habenden Regiſtrir⸗ und Notariatsgebühren fallen dem Erſteigerer, dem das Gut zugeſchlagen wurde, zu Laſt. — In keinem Falle iſt der Ver⸗ ſteigerungskommiſſaͤr zum Vorlegen der Regiſtrirungsgebuͤhr perſön⸗ lich gehalten.— Die uͤbrigen Ko⸗ ſten des Zwangsveraͤuſſerungsver⸗ fahrens hat der betreibende Glaͤu⸗ biger vorzuſchießen, wogegen ihm hinſichtlich dieſer Auslage das Vor⸗ zugsrecht auf den aus dem ver⸗ ſteigerten Gegenſtande erloͤßten Kaufſchilling vor allen andern For⸗ derungen, ſelbſt vor den im Arr. 759. des Civilprozedurgeſetzes be⸗ merkten Koſten zuſteht.— Der Notaͤr ſoll die Bezablung ſeiner eigenen nach der Taxordnung zu berechnenden Gebuhren nicht eher zu fordern berechtigt ſeyn, als bis ſie vom Gerichte genehmigi ſind.
19. Das Verſteigerungs⸗ und Zu⸗ ſchlagungsprotokoll, deſſen Haupt⸗ theil in der woͤrtlichen Abſchrift der Verkaufsbedingungen beſtebt, enthaͤlt zugleich den Befehl au den Schuldner, ſogleich nac Einpfaug


