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Die fünf französischen Gesetzbücher : in deutscher Sprache nach den besten Übersetzungen : Nebst den bezüglichen Gesetzen, Dekreten, Staatsrathsgutachten, Ministerialumschreiben, und allen seit 1814 in den Landen des linken Rheinufers und später in dem Rheinkreise ergangenen Gesetzen, Verordnungen und Instruktionen, wodurch die französische Gesetze aufgehoben, abgeändert und erläutert werden
Entstehung
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6 Geſetz, die Vereinfachung des Verfahrens

1. Von dem Verfahren bet Zwangs⸗ veräuſſerungen von Immobilien an ſich.

1. Jeder gerichtlichen Zwangs⸗ verſteigerung unbeweglicher Güter muß ein Zahlungsbefehl voraus⸗ gehen, der dem Schuldner in Per⸗ ſon oder in deſſen Wohnung zu⸗ geſtellt wird. In demſelben wird oben an eine Abſchrift der Ur⸗ kunde geſetzt, kraft deren die ge⸗ richtliche Zwangsverſteigerung ge⸗ ſchehen ſoll. Die Voranſetzung dieſer Abſchrift hat jedoch in allen Fällen zu unterbleiben, wo dieſe Urkunde uber einen Bilateralkon⸗ trakt ſchon vorher errichtet, oder ſonſt dem Glaubiger bereits ein⸗ gehaͤndigt war. Wenn der Glaͤu⸗ biger nicht ohnehin ſchon an dem Orte wohnt, wo das Bezirksge⸗ richt, welches über die Zwangs⸗ verſteigerung erkennen ſoll, ſeinen Sitz hat, ſo muß er im Zahlungs⸗ befehle einen an dieſem Gerichte angeſtellten Anwalt fuͤr ſich ernen⸗ nen, welches dieſelbe Wirkung hat, als wenn er bei ihm ſeinen Wohnſitz gewaͤhlt hatte. Der Zahlungsbefehl enthaͤlt zugleich die Androhung gegen den Schuldner, daß, wenn in Monatsfriſt keine Zahlung oder kein gegruͤndeter Einwand erfolgt, die unbeweg⸗ lichen Güter deſſelben veraͤußert werden würden. Die Verfü⸗ gungen dieſes Artikels ſind bei

Strafe der Nichtigkeit zu beo⸗

bachten.

2. Läͤßt der Glaͤubiger mehr als drei Monate zwiſchen dem Zah⸗ lungsbefehl und dem ferneren ſo⸗ gleich hienach beſtimmt werdenden Einſchreiten verſtreichen, ſo iſt er verbunden, denſelben in der im vorhergehenden Artikel beſtimmten Form zu wiederholen, und die Ko⸗ ſten des fruͤhern Zahlungsbefehles

bleiben ihm zur Laſt.

3. Nach Ablauf der im er⸗ ſten Artikel feſtgeſetzten Friſt von dreißig Tagen reicht der Anwalt es betreibenden Glaͤubigers un⸗

ter Anſchluß des Zahlungsbefehls und der ihn begrundenden Ur⸗ kunde bei dem betreffenden Be⸗ zirksgerichte ein Geſuch um Feſt⸗ ſetzung einer Friſt, in welcher die Guͤter des Schuldners oͤffentlich verſteigert werden ſollen, und um Ernennung eines Notaͤrs zur Vor⸗ nahme der Verſteigerung ein. Die Rathskammer hat auf dieſes Geſuch laͤngſtens in acht Tagen ihren Beſchluß zu faſſen, wenn innerhalb den dreißig Tagen nach gemachtem Zahlungsbefehl von dem Schuldner kein Einwand gegen die Urkunde, kraft welcher der Zahlungsbefehl ertheilt wurde, oder gegen dieſen ſelbſt bei dem Ge⸗ richte erhoben wurde. In letz⸗ terem Falle wird in einer gleichen Friſt nach Anhorung der beider⸗ ſeitigen Anwaͤlte in öffentlicher Sitzung ſummariſch entſchieden. Zu Verſteigerungskommiſſaͤren dürfen nur ſolche Notaͤre ernannt werden, welche in dem Landkom⸗ miſſariat oder in dem Kantone, wo die Guͤter gelegen ſind, wohnen. Die Friſt zur Verſteigerung vom Tage der Ernennung eines

Notaͤrs angerechnet, darf beiStrafe

der Nichtigkeit nicht weniger als drei und nicht mehr als vier Monate enthalten.

4. Wenn nach Ernennung des Kommiſſairs von einem oder meh⸗ reren andern Glaͤubigern eine weitere Zwangsverſteigerung gegen den naͤmlichen Schuldner bean⸗ tragt wird, ſo wird kein zweites Kommiſſorium von dem Gerichte ertheilt, ſondern es iſt ſodann nach den weiter unten(Art. 25 bis 30) folgenden Beſtimmungen zu ver⸗ fahren.

5. In den zehn Tagen nach dem Datum der oben(im Art. 3.) erwaͤhnten Entſcheidung, übergibt der Glaͤubiger dieſe nebſt einem Auszug aus dem Hypothekenregi⸗ ſter uͤber die gegen den Schuldner beſtehenden Einſchreibungen dem

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