Druckschrift 
Die fünf französischen Gesetzbücher : in deutscher Sprache nach den besten Übersetzungen : Nebst den bezüglichen Gesetzen, Dekreten, Staatsrathsgutachten, Ministerialumschreiben, und allen seit 1814 in den Landen des linken Rheinufers und später in dem Rheinkreise ergangenen Gesetzen, Verordnungen und Instruktionen, wodurch die französische Gesetze aufgehoben, abgeändert und erläutert werden
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen

bewieſen

Civiltan⸗ oder Aus⸗ nem frem⸗ ꝛden, hat ſie nac ergebrac

e gefate tandes d wenn ſi Agenten den fr⸗ 5, auffe

ehn min, ingetrag⸗ n, die ſc t, zu a⸗ Anſuche em Bean⸗

des C⸗

aths⸗, Adet⸗ . Fr. 507.

und

und

11

aths⸗, unden 1 d k An 9 1 8 aren füt Pri Erpreſtung(den a, anden Iun für die Perferi⸗ Eintrgung i⸗

Von den Urkunden des Civilſtandes. 17

vilſtandes binnen drei Tagen den kaiſerlichen Procurator bei dem deſagten Gerichte davon benach⸗ richtigen, und dieſer hat dafuͤr Sor⸗ ge zu tragen, daß die Erwaͤhnung in beiden Regiſtern gleichlautend geſchehe.

50. Jede Uebertretung der vor⸗ herigen Artikel von Seiten der darin benannten Beamten wird bei dem Gerichte der erſten Inſtanz eingeklagt, und mit einer Geldbuße beſtraft, die nicht uͤber hundert Franken betragen darf.

51. Jeder Verwahrer der Regi⸗ ſter iſt fuͤr die Veraͤnderungen, die nachher darin gemacht werden moögen, ſo viel den Schadenerſatz betrifft, verantwortlich, jedoch mit Vorbehalt ſeines ihm etwa noch

zuſtehenden Regreſſes gegen die

Urheber beſagter Veraͤnderungen. 52. Jede Veraͤnderung, jede Ver⸗ faͤlſchung in den Urkunden des Ci⸗ vilſtandes, jede Einſchreibung die⸗ ſer Urkunden, die auf ein fliegen⸗ des Blatt, und anders wohin als in die dazu beſtimmten Regiſter geſchehen iſt, Gikt den Parteien ein Recht auf Schadenserſatz, mit Vorbehalt der im peinlichen Ge⸗ ſetzbuche beſtimmten Strafen.

53. Der kaiſerliche Prokurator bei dem Gerichte der erſten In⸗ ſtanz iſt verbunden, den Zuſtand der Regiſter zur Zeit, als ſie bei der Gerichtskanzlei deponirt wer⸗ den, zu unterſuchen. Ueber dieſe Unterſuchung muß er einen ſum⸗ mariſchen Verbalprozeß aufſetzen, die Uebertretungen oder Vergehen, die von den Beamten des Civil⸗ ſtandes begangen worden ſind, an⸗ zeigen, und auf die Verurtheilung zu den Geldſtrafen wider ſie an⸗ tragen.*)

*) Allerhöchſte Berordnung vom 5. Auguſt 1817. Narimilian Joſeph ꝛc. ꝛc. lim die ge⸗ naue Führung der Regiſter des Civilſtandes in Unſeren Rheinlanden zu ſichern, haben Wir Uns nach dem Antrage der Regierung und dem Gutach⸗ ten des Appellationsgerichts, bewogen geſehen, Folgendes zu verordnen: 1. Die Civilſtandsregiſter ſollen künftig von den

(Civilgeſetzbuch.)

.54. In allen Faͤllen, wo ein Ge⸗ richt der erſten Inſtanz uͤber Ur⸗

Beamten des Civilſtandes nicht mehr unmittelbar bei den Tribunalien deponirt, ſondern an die Frie⸗ densgerichte der betreffenden Kantone abgeliefert und erſt von dieſen an die Gerichtsſchreibereien der Tribunalien geſendet werden.

2. Vor Abſendung dieſer Regiſter, ſind die Frie⸗ densrichter gehalten, eine vorläufige Verifikation derſelben vorzunehmen, über alle vorgefundenen Contraventionen und Delikte ſummariſches Proto⸗ koll zu führen, und rieſes den eingeſandten Regia ſtern beizuſchließen.

3. In Gemäßheit des Artikels 43 des bürgerlichen Geſetzbuches haben die Beamten des Civilſtandes im Lauſe des Monats Jänner, die im verfloſſenen Jahre geführten Regiſter, gegen Beſcheinigung an die Friedensrichter abzuliefern. Dieſe ſollen am 1. Februar jeden Jahres Unſern Prokurato⸗ ren bei den Tribunalien diejenigen Beamten des Civilſtandes namhaft machen, welche ſich mit der Ablieferung im Rückſtand befinden, damit dle durch den Artikel 50 jenes Geſetzbuches angeordnete Sirafen ausgeſprochen werden.

4. Den Friedensrichtern wird zu der ihnen auf⸗ getragenen Verifikation und Depoſition, eine Friſt bis zum 1. April bewilliget, nach deren Ablauf die im gedachten Artikel 50 bemerkte Snafe auch auf ſie ihre Anwendung findet, und von Unſern Prokuratoren unnachſichtlich zu requiriren iſt.

5. Unabhängig von dieſen jährlichen Verifika⸗ tionen liegt den Friedensrichtern die Verbindlich⸗ keit ob, wenigſtens in jedem Jahre zweimal den Zuſtand der Civilſtandsregiſter in den Gemeinden

ſelbſt zu unterſuchen. Die Beamten des Civilſtan⸗

des ſind deshalb angewieſen, ſothane Regiſter nebſt Belegen den Friedensrichtern auf jedesmaliges Begehren vorzulegen, ohne daß jedoch dieſelbe von dem Gemeindehaus dürfen weggebracht wer⸗ den. Bei dieſen Unterſuchungen, welche unange⸗ kündigt vorzunehmen ſind, haben die Friedensrichs ter die vorgefundenen Mängel und Vergehen zu conſtatiren, und ſodann ſelbige Unſern Prokura⸗ toren zu geſetzlicher Ahndung jedesmal ſogleich an⸗ zuzeigen. Die geſchehene Unterſuchung aber iſt mit Anführung des Datums, auf den Regiſtern ſelbſt zu beurkunden..

6. Kür die den Friedensrichtern aus dieſen In⸗ ſpektionsattributionen erwachſende Geſchäftsver⸗ mehrung und verurſachte Reiſekoſten, werden den⸗ ſeiben folgende jährliche Entſchädigungen bewil⸗ ligt. In den Kantonen von 15000 Seelen und darunter, 50 Gulden, in den Kantonen von 15000 bis 21000 Seelen, 75 Gulden, in den Kan⸗ tonen deren Bevölkerungen 21000 Serlen über⸗ ſteigt, 100 Gulden. Welche Entſchädigungen auf die Gemeinden des Kantons nach Verhältniß ihrer Bevölkerung ſollen repartirt, und angewieſen werden.

7. Durch die Beſtimmungen der gegenwärtigen Verordnung, ſind Unſere Prokuratoren bei den Tribunalen, der ihnen durch die Geſetze aufgetra⸗ genen Verifikation der Civilſtandsregiſter kein es⸗ wegs enthoben, vielmehr machen Wir denſelben eine ſtete und genaue Auſſicht zur beſondern Pflicht, und befehlen, daß dieſelben im Mona: Junins jeden Jahres, als bis wohin ihre Verifika⸗ tion beendigt ſeyn muß, einen Generalbericht üben dieſen Gegenſtand an Uuſern Generalprokurator bei dem Appellationsgerichte erſtatten ſollen.