10 Erfſtes Buch. Erſter Titel. Zweites Kapitel.
tuͤrlichen Tode pebi den bürgerli⸗ chen Tod nach ſich.
24. Die uͤbrigen lebenslaͤnglichen Leibesſtrafen ziehen den buͤrgerli⸗ chen Tod nur in ſo ferne nach ſich, als das Geſetz dieſe Wirkung da⸗ mit verbindet...
25. Durch den buͤrgerlichen Tod verliert der Verurtheilte das Ei⸗ benthun aller Guͤter, die er eſaß. Seine Verlaſſenſchaft wird zu Gunſten ſeiner Erben eröffnet, denen ſein Vermöͤgen auf die nem⸗ liche Art anfaͤllt, als wenn er na⸗ tuͤrlich und ohne Teſtament geſtor⸗ ben waͤre.— Er kann fernerhin weder ſelbſt erben, noch das Ver⸗ mogen, das er in der Folge erwor⸗ ben hat, durch Erbrecht auf andere bringen.— Er kann uͤber ſeine Guͤter weder ganz noch zum Theil verfuͤgen, es ſey durch Schenkun⸗ pen unter den Lebenden, oder durch
eſtament, noch auf dieſe Weiſe etwas empfangen, ausgenommen u ſeinem Unterhalte.— Er ann weder zum Vormund er⸗ nannt werden, noch zu den Ver⸗ richtungen mitwirken, die ſich auf die Vormundſchaft beziehen.— Er kann nicht Zeuge in einem feierli⸗ chen oder authentiſchen Akte ſeyn, noch bei Gerichte als Zeuge ange⸗ nommen werden.— Er kann bei Gerichte weder als Beklagter noch as Klaͤger anders auftreten, als unter Vertretung eines beſondern Cu⸗ rators, den ihm das Gericht ernennt, bei welchem die Klage an⸗ ebracht worden iſt.— Er iſt un⸗ fähig eine Heirath zu ſchließen, die irgend eine buͤrgerliche Wirkung hervorbringe.— Die Heirath, die er vorher geſchloſſen hatte, iſt in Beziehung auf alle ihre buͤrgerli⸗ chen Wirkungen aufgeloͤſet.— Sein Ehegatte und ſeine Erben eonnen, jeder fuͤr ſeinen Antheil, die Rechte ausuͤben, und die Klagen anſtellen, die durch ſeinen natuͤrlichen Tod eintreten wuͤrden.—
26. Die Verurtheilungen auf
dem Namen und unter
angehoͤrte Vertheidigung des An⸗
geklagten(contradickoriſche Verur⸗ theilungen) ziehen den buͤrgerlichen Tod nur von dem Tage an nach ſich, da ſie wirklich oder im Bild⸗ niß vollſtreckt worden ſind. 3
27. Die Contumacial⸗Verurthei⸗ lungen(wider nicht erſchienene An⸗ eklagte) ziehen den buͤrgerlichen od erſt nach den fuͤnf Jahren nach ſich, die auf die Vollſtreckung des Urtheils im Bildniß folgen. In der Swiſchan eit kann der Ver⸗ urtheilte ſich ſtellen.
28. Nicht erſchienene Angeklagte, die verurtheilt worden ſind,(in contumaciam Verurtheilte) bleiben waͤhrend der fuͤnf Jahre, oder bis ſie in dieſer Zwiſchenzeit ſich ſtellen, oder in Verhaft genoenmen wer⸗ den, von der Ausuung der Civil⸗ rechte ausgeſchloſſen.— Ihre Guͤter werden auf eben die Art verwal⸗
tet, und ihre Rechte ausgeuͤbt, wie
dieß bei Abweſend: geſchieht.*
*) Gutachten des Staatsraths, welches die Wir⸗ kungen des 28. Art. des Geſetzbuches Napoleons in Anſehung der vor oder ſeit der Verkündigung des Geſetzbuches erlaſſenen Contumacialverurthei⸗ lungen, in Betreff der Verwaltung der Güter der Verurtheilten, beſtimmt; vom 19. Auguſt 1809, genehmigt vom Kaiſer im kaiſerl. Lager zu Schön⸗ brunn, den 20. September 1809.
Der Staatsrath, nach Einſicht des vom Großrichter, Juſtitzminiſter, gemachten Berichtes und der Bemerkungen des Finanzminiſters über die Schwierigkeiten, welche ſeit der Bekanntma⸗ chung des Geſetzbuches Napoleons in Betreff der Verwaltungsweiſe der nicht erſchienenen und ver⸗
Aurtheilten Angeklagten zugehörigen Güter, ſich er⸗
geben haben; nach Anhörung der Sektionen der Geſetzgebung und der Finanzen über die vorge⸗ legten Fragen; nämlich 1) ob der Art. 28 des Geſetzbuches Napoleons bloß über diejenigen nich“ erſchienenen Angeklagten verfügt, über welche eiſt ein Urtheil geſprochen werden ſoll, oder ob er iber jene nicht erſchienene Angeklagte Verfügungen ge⸗ troffen hat, über die vor der Verkündigung des Geſetzes vom 27. Ventos 11. J. ein Urtheil er⸗ gangen iſt; 2) ob den Domainen oder den muth⸗ maßlichen Erben die Verwaltung der Güter, wo⸗ von der vorerwähnte Art. 28 Meldung thut, ge⸗ bührt, und von welchem Zeitpunkte an dieſe Cr⸗ ben ſie verlangen können, iſt der Meinun g, daß man zu Folge des 2. Art. des Präliminar⸗ titels des Geſetzbuches Napoleons, welcher ſagt, das Geſetz verfügtnur für die Zukunft, und hat keine zurückwirkende Kraft, ſich nach der Verfügung desjenigen Geſetzes rich⸗ ten muß, unter deſſen Herrſchaft die Verurtheilung ausgeſprochen worden iſt;— Daß man in Anfe⸗


