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Von dem Genuſſe und Verluſte der Civilrechte. 7
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in einem fremden Lande gegen ei⸗
nen Franzoſen eingegangen hat.*)
15. Einen Franzoſen kann man vor einem Gerichte in Frankreich wegen Verbindlichkeiten belangen, welche er in einem fremden Lande, ſelbſt mit einem Fremden, einge⸗ gegangen hat.
16. Ohne Unterſchied der Gegen⸗ ſtaͤnde, nur Handlungsſachen aus⸗ genommen, iſt der Fremde, der als Klaͤger auftritt, verbunden, fuͤr den Erſatz der durch den Prozeß ver⸗ urſachten Koſten, Schäden und ent⸗ behrten Vortheile Buͤrgſchaft zu leiſten, es ſey dann, daß er Im⸗ mobilien in Frankreich beſitze, die einen hinreichenden Werth haben, um dieſe Zahlung ſicher zu ſtellen.
a) Geſetz über den verſänlichen Arreſt gegen Fremde, die in Frankreich keinen Wohnſitz haben, vom 10. September 1807.
Art. 1. Jedes condemnatoriſche Urtheil, welches zu Gunſten eines Franzoſen gegen einen Fremden erlaſſen wird, der in Frankreich keinen Wohn ſitz hat, kann mittelſt des perſönlichen Arreſtes vollzo⸗ gen werden.
2. Vor der Verurtheilung kann der Präſident des Gerichtes erſter Inſtanz des Bezirkes, in dem der nicht domicilirte Fremde ſich aufhält, wenn die Schuld ſchon verfallen iſt, oder eingefordert werden kann, auf Anſtehen des franzöſiſchen Gläu⸗ bigers, ſeine proviſoriſche Verhaftung verordnen, wenn hinlängliche Urſachen hiezu vorhanden ſind.
3. Die proviſoriſche Verhaftung hat nicht Statt, oder hört auf, wenn der Fremde beweiſt, daß er auf franzöſiſchem Gebiete ein Handlungsetabliſſe⸗ ment oder Immobilien von einem hinreichenden Werthe beſitzt, um die Zahlung der Schuld zu ſichern, oder wenn er als Bürgen eine in Frank⸗
eich domicilirte Perſon ſtellt, deren Zahlungsfä⸗
higkeit anerkannt iſt.
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Zweites Kapitel.
Von dem Verluſte der Civilrechte. 9
Erſter Abſchnitt.
Von dem Verluſte der Ciyilrechte, in ſo
fern er aus dem Verluſte der rechtlichen Eigenſchaft eines Franzoſen entſteht.
17. Man hoͤrt auf, ein Franzoſe im rechtlichen Sinne zu ſeyn: 1) durch die in einem fremden Lande erlangte Naturaliſirung; 2) durch eine von dem Kaiſer nicht autoriſirte Annahme eines öffentlichen, von einer fremden Regierung, verliehe⸗ nen Amtes;**) 3) endlich durch je⸗
*) M. ſ. das zu Art. 7. und folg. angeführte Edikt über das Indigenat.
**½) Kaiſerl. Dekret vom 26. Auguſt 1811, in Betreff der im Auslande mit oder ohne Erlaubniß des Kaiſers naturaliſirten Franzoſen, und jener, die in den Dienſt einer fremden Macht getreten ſind, oder künftig darin treten wollen.
Napoleon ꝛc. Es ſind uns verſchiedene Fragen in Anſehung der Franzoſen vorgelegt wor⸗ den, die ſich im Auslande niedergelaſſen haben, und wir haben gefunden, daß es nüttzlich ſey, un⸗ ſere Geſinnungen über dieſen Gegenſtand bekannt
u machen. Schon durch unſer Dekret vom 6. April 1809 haben wir über die Franzoſen, welche die Waffen gegen das Vaterland getragen haben, über jene, welche ſich bei einer Macht befinden, mit welcher wir einen Krieg beginnen, und ihren Boden nicht verlaſſen, ſo wie über jene ent⸗ ſchieden, welche wir zurüickberufen haben, und die dieſem Befehle keine Folge leiſten. Nichts iſt aber bis jetzt, weder über die mit oder ohne unſere Er⸗ laubniß im Auslande naturaliſirten Franzoſen, noch über jene beſtimmt worden, die wirklich in den Dienſt einer fremden Macht getreten ſind, oder künftig darin treten wollen. Wenn die Con⸗ ſtitutionsakte vom 28 Frimaire 8. J. erklärt, daß man durch die Naturaliſirung im Auslande die Eigenſchaft eines Franzoſen verliert, und wenn das Geſetzbuch Napoleons ſich mit den Franzoſen, die ihr Vaterland verlaſſen, in Anſehung des Ver⸗ luſtes, der Erhaltung und der Wiedererlangung der bürgerlichen Rechte beſchäftiget hat, ſo ſieht man nicht, daß in dem einen und dem andern
Ordnung des Staats betrachtet worden iſt. Da ejene unſerer Unterthanen, welche erlaubte Beweggründe beſtimmen, ſich im Auslande natu⸗ raliſiren zu laſſen, nicht mit jenen vermiſchen wollen, deren Betragen den Charakter der Treulo⸗ ſigkeit an ſich trägt, ſo haben wir beſchloſſen, die⸗ ſen wichtigen Theil der Geſetzgebung durch gegen⸗ wärtiges feſtzuſtellen und zu ergänzen. Aus die⸗ ſen Gründen haben wir dekretirt und befohlen, dekretiren und befehlen wir folgendes: 4
1. Titel. Von den im Auslande mit unſerer Erlaubniß naturaliſirten Franzoſen. 5
Art. 1. Ohne unſere Erlaubniß kann kein Fran⸗ zoſe im Auslande naturaliſirt werden.


