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r Th. 18 B. Vom Verfahren bey den Friedensgerichten. 7
Der Gerichtsbote des Friedensgerichtes darf weder fur ſeine Verwandten in gerader Linie, noch fuͤr ſeine Bruͤder,
Schweſtern oder Verſchwaͤgerten deſſelben Grades ein(Inſi⸗
nuations-) Inſtrument aufnehmen.) 2
5. Iſt der vorgeladene Theil in einer Entfernung von drey Myriametern(vom Orte wo das Gericht iſt) wohnhaft: ſo muß ihm zwiſchen dem Tage der Citation und dem zum Erſcheinen angeſetzten Tage wenigſtens Ein Tag frey gelaſſen werden.— S
Liegt ſein Wohnort weiter, als in dieſer Entfernung: ſo
myß ihm auf jede drey Myriameter ein Tag mehr gelaſſen
werden. Im Fall dieſe Friſten nicht beobachtet worden ſind, und
der Beklagte außenbleibt, befiehlt der Richter, daß derſelbe
aufs neue vorgeladen werden ſolle, und die Koſten der erſten
Vorladung fallen dem Klaͤger zur Laſt.
6. In dringenden Fällen ſtellt der Richter einen Schein ²) aus, daß die Verkuͤrzung der Friſten Statt habe, ja er kann
ſogar erlauben, daß in der Vorladung dem Beklagten aufer⸗
legt werde, denſelben Tag und zur beſtimmten Stunde zu
erſcheinen.(2)*0
7. Den Partheyen bleibt es ſtets nachgelaſſen, ſich frey⸗ willig vor einem Friedensrichter zu ſtellen; in welchem Falle dieſer entweder in letzter Inſtanz, ſoweit ihm ſolches die Ge⸗ ſetze oder die Partheyen verſtatten, oder mit Vorbehalt der Appellation, die Streitigkeit auch dann entſcheidet, wenn er
weder in Anſehung des Wohnortes des Beklagten, noch in Anſehung des Ortes, wo der ſtreitige Gegenſtand gelegen iſt,
der ordentliche Richter der Partheyen ſeyn ſollte.
Die Erklärung der Partheyen, worin ſie um Entſchei⸗ dung anſuchen, wird von ihnen unterzeichnet, oder, wenn ſie nicht unterzeichnen können, ſo geſchieht davon(in dem dar⸗ uͤber aufgenommenen Protocolle) Erwaͤhnung.(4)
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(a) Ebendaſ. Art. 11. *) Delaporte formulaire unter: Codule. **) Delaporte a. a. O.
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