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tr Th. 18 B. Vom Verfahren bey den Friedensgerichten. 6
. In bloß perſoͤnlichen oder bewegliche Guͤtern betreffen⸗
den Sachen wird der Beklagte vor den Richter ſeines Wohnſi⸗
bes vorgeladen; und, wenn er keinen beſtimmten Wohnſitz hat, vor den Richter des Ortes, wo er ſich aufhält.(1)
3. Vor den Richter des Ortes, wo der ſtreitige Gegen⸗ ſtand liegt(iudicem rei sitae), wird er vorgeladen, wenn die Frage iſt:
) Von Schaͤdenklagen, welche Felder, Fruͤchte und Aerndte betreffen;
2) von Graͤnzverruͤckungen, widerrechtlichen, innerhalb des letzten Jahres erfolgten Anmaßungen liegender Gruͤnde, Baͤume, Hecken, Graͤben und anderer Befriedigungen; von der gleichfalls binnen des letzten Jahres unternommenen Stö⸗ rung des bisherigen Waſſerlaufes und jeder andern poſſeſſori⸗ ſchen Klage; 3) von Reparaturen, die dem Miethmanne oder Pachter obliegen; 8
4) von Entſchaͤdigungen, die ein Pachter oder Mieth⸗
mann fuͤr entbehrten Genuß fodert; daſern nur das Recht
ſelbſt nicht ſtreitig gemacht wird; und von Verſchlechterungen, welche der Eigenthuͤmer jenem beymißt.(2)
4. Die Inſinuation der Vorladung geſchieht durch den Gerichtsboten(uiſſier) des Friedensgerichtes, in deſſen Be⸗ zirke der Beklagte wohnhaft iſt; und, Falls dieſer verhindert waͤre, durch einen vom Richter hiezu verordneten Gerichtsbo⸗ ten.*) Eine Abſchrift der Ladung wird bey der Parthey zu— ruͤckgelaſſen; iſt aber an deren Wohnorte niemand zu finden: ſo wird die Abſchrift dem Maire der Gemeinde, oder deſ⸗ ſen Adjunct zugeſtellt, der das Hriginal unentgeltlich viſirt.
(1) Geſetz v. 14. u, 18. Oct. 1790. Lit. I. Art. 3.
(2) Ebendaſ. Art.. welche alſo unmittelbar zum Nachſchlagen, beym Gebrauch der vorliegenden Ausgabe der Gerichtsordnung, brauchbar ſeyn wird. E.
. S. Delaporte Formulaire unter; Cédule.


