Einleitung. XIII
cheyen werden nicht blos zu den Acten genommen, ſondern dem Gegentheil jedesmal zugefertigt. (Art. 77. 78.) Beym Vortrage(der Relation), der in der Regel in oͤffentlicher Sitzung geſchehen muß, ſind die Partheyen gegenwaͤrtig, und ſie oder ihre Sach⸗ walter konnen, wenn ſie es fur gut finden, beym Praͤſiden⸗ ten ſchriftliche Bemerkungen uͤber den Vortrag einreichen (Art. 111.), wenn ſie ihn mangelhaft oder falſch finden.
Die Urthel und Beſcheide muͤſſen den Par⸗ theyen oder ihren Sachwaltern in Abſchrift zugefer⸗ tigt werden, und von dieſer Zufertigung an laͤuft die Appellationsfriſt(Art. 443.) und die Friſten fur die uͤbrigen Rechtsmittel(Art. 483. Art. 157.)
Die Zeugen werden in Gegenwart der Partheyen abgehoͤrt, duͤrfen aber von ihnen nicht unterbrochen werden.(Art. a61. 262.)
Eine ausgezeichnete Eigenheit und ein Vorzug des franzoſiſchen Proceſſes iſt, daß jeder Theil ſeinen Gegner perſoͤnlich uͤber gewiſſeThatſachen vom Richter(arti⸗ kelsweiſe) abhoͤren laſſen kann; wobey der Sachwal⸗ ter des zu Befragenden nicht gegenwaͤrtig ſeyn darf.
Das letztere ſcheint mir, vielleicht aus uͤbertriebe⸗ ner Behutſamkeit, bedenklich. Sobald es nur dem — vehoten und unmoͤglich gemacht iſt, ſei⸗
richtsſprache: gitiiches Verho r, Ve 65 orsſtube(salle d'audience), die Sache ins Verhoͤr ziehen u. ſ. w. und dieß rechtfertigt den Gebrauch dieſes Worts in dieſem Sinne, meines Erachtens, genug.


