X 5 Einleitung.
Doch, ich wende mich zur Erklaͤrung einiger der
merkwurdigſten Abweichungen des franzſiſchen Proceſſes von dem unſrig en.
Vor allen Dingen verdient die Einrichtung der
Friedensgerichte(Art. 1— 47.) Lob und Nachah⸗
mung; wiewohl die Formen noch der Vereinfachung faͤhig waͤren, und die(Art. 16.) verſtattete dreymonat⸗
liche Appellationsfriſt mir uͤberhaupt, am meiſten aber bey ſummariſchen Rechtshändeln, der proviſoriſchen Voll⸗ ſtreckung mancher Urthel ungeachtet, dennoch zu lang ſcheint; beſonders da ich ſeit 26 Jahren richterliche Aemter in einem Lande verwalte, wo die zehntaͤ⸗ gige Appellationsfriſt mir nie Nachtheile bemerkbar ge⸗
macht hat, welche eine Verlaͤngerung dieſer Friſt wuͤn⸗
ſchenswerth machen koͤnnten.
Nachahmungswuͤrdig iſt ferner die Abſonderung des Geſchaͤfts der Guͤtepflegung vom Amte des gewoͤhnlichen Richters und der Verweiſung des guͤtli⸗ chen Verhörs an die Friedensrichter.
Bey denjenigen Rechtshaͤndeln, bey welchen dieß,
Inhalts des 49. Artikels, unterbleiben ſoll, ſcheint gar keine Guͤtepflegung Statt zu finden. Wie leicht ware es, ſie den Gerichtshoͤfen ſelbſt zur Pflicht zu machen!„
Was die Vorladungen(ajournements, as- signations) anlangt: ſo bemerke man vor allen Din⸗ gen, daß, beſonders im ordentlichen Proceſſe, der Klaͤ⸗ ger nicht, wie bey uns, die Klage beym Richter ein⸗
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