96
Der Code Napoleon laͤßt zwar allen Fremden,
in Frankreich und in Verhaͤltniſſen zu Franzo⸗ ſen, die Rechte des gemeinen menſchlichen Ver⸗ kehrs: das was die Roͤmer Jus gentium im Ge⸗ genſatze des Jus civile nannten. Er ſpricht im Art. 8. den Franzoſen nur die Vorrechte des droit civil zu. Aber nirgends iſt auch nur die gering⸗ ſte Beſtimmung daruͤber zu finden, was denn als droits naturels den Auslaͤndern ohne beſondere Erklaͤrung und Beguͤnſtigung des Regenten zu⸗ komme. Es ſind zwar in dem Titel de la Pri- vation des droits civils, in der zweyten Section, die buͤrgerlichen Rechte aufgezaͤhlt, welche in Ge⸗ folg eines Criminal-Erkenntniſſes verlohren ge⸗ hen: allein dieſes Verzeichniß iſt bloß in Bezie⸗ hung auf Verbrecher aufgeſtellt. Es kann durch⸗ aus nicht angenommen werden, daß hier ein voll⸗ ſtandiges Verzeichniß aller Civilrechte der Franzoſen aufgeſtellt ſey, und daß alles uͤbrige zu den Befug⸗ niſſen gehöre, die allen Menſchen, auch Nicht⸗Fran⸗ zoſen, zukommen. Bey der Pruͤfung des Entwurfs des Geſetzbuches durch die Gerichtshoͤfe, hat der Appellationshof zu Paris auf den Mangel auf⸗ merkſam gemacht, und begehrt, daß die Lucke, aus


