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Ueber den Code Napoleon und dessen Einführung in Deutschland / Von August Wilhelm Rehberg, Königlich Grossbrittanischen Hofrathe und Mitgliede der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
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rer freyen Willkuͤhr ab. Der Koͤrper der ihr zum Werkzeuge mitgegeben iſt, ſteht in mannigfalti⸗ gen Verhaͤltniſſen zu allen aͤußern Gegenſtaͤnden. Naturgeſetze, denen er ſich unterwerfen muß, be⸗ ſtimmen die Folgen ſeiner willkuͤhrlichen Hand⸗ lungen, und wirken zuruͤck. Oft iſt der Menſch genothigt zu wollen, nicht was er will, ſondern was er muß: die Verhaͤltniſſe, welche ohne ſein Zuthun aus ſeinen Handlungen entſtehen, muͤſſen in die Geſetzgebung aufgenommen werden, und geben die Regeln an, welche die Willkuͤhr be⸗ ſchraͤnken.

So entſteht eine buͤrgerliche Verfaſſung, nicht blos aus dem gegenſeitigen Widerſtande der ein⸗ zelnen freyen Menſchen; ſondern es wird durch die Erfindungen des Verſtandes und die gemeinſa⸗ men Bemuͤhungen der einzelnen freyen Menſchen, eine Welt von neuen Verhaͤltniſſen geſchaffen, die beſtaͤndigem Wechſel unterworſen iſt. Jede Ge⸗ neration erhält von ihren Vorältern einen Schatz von angehaͤuften unſichtbaren Reichthuͤmern dieſer Art, und vererbt ſie wieder auf ihre Nachkommen*).

*) Eine wiſſenſchaftliche Ausfuͤhrung dieſer Behaup⸗