Druckschrift 
Napoleons Gesetzbuch
Entstehung
Seite
457
Einzelbild herunterladen

Anhang. 457

oder es haͤtten, im Falle er minderjaͤhrig war, ſeine Eltern Verfugungen in Beziehung auf das Fideicommiß treßfen koͤnnen, ſo daß, wenn man diejenigen, welche zunaͤchſt zum Beſitze der Fideicommiſſe, die vom iſten Januar an eroͤffnet werden, fuͤr nicht dazu berechtigt erklaͤren wollte, man viele Familien beunruhigen, und viele nach den be⸗ ſtehenden Geſetzen eingegangenen Verträge vernichten wuͤrde;

daß mithin die Billigkeit die beſte Auslegerin der Geſetze es nothwendig macht, in der Perſon des naͤchſten Fideicom⸗ mißerben ein Recht anzuerkennen, welches der S96ſte Ar⸗ tikel des Geſetzbuches Napoleons, ohne ihm eine zuruͤckwir⸗ kende Kraft beyzulegen, nicht aufheben kann;

Daß jedoch dieſer Beweggrund weder auf nicht lebende, noch auf ſolche Fideicommißerben Anwendung findet, welche, wenn gleich geboren, doch nur in Ermangelung eines An⸗ dern, oder nach einem Andern, der zwiſchen ihnen und dem Belaſteten ſteht, berufen werden, da in dieſem Falle die Hoffnungen zu entfernt und zu unbeſtimmt ſind, als daß ſie Verbindlichkeiten und Verfuͤgungen haͤtten veranlaſſen können, und folglich ein wyhlerworbenes Recht ſich weder annehmen, noch vorausſetzen laͤßt:

Iſt der Meinung:

Daß, kraft des 896ſten Artikels des Geſetzbuches Napo⸗ leons, die fideicommiſſariſchen Subſtitutionen nicht weiter beſtehen koͤnnen; daß dennoch der naͤchſte Fideicommißerbe, welcher vor dem iſten Januar 1808 geboren iſt, noch zur Succeſſion gelangen ſoll, jedoch nur er allein, und dergeſtalt, daß ihm die vollig freye Verfuͤgung uͤber die Guͤter zuſtehet.

Genehmigt in Unſerm königlichen Pallaſte zu Caſſel, am oten Januar 1808.