Anhang.
Miniſters des Juſtizweſens und der innern Angelegenheiten uͤber die Frage:
Welche Wirkung hat der S96ſte Artikel des Geſetzbuches Napoleons, worin alle fideicommiſſariſchen Subſtitu⸗ tionen verboten werden, auf die am 1ſten Januar 1808, als dem Tage, wo das Geſetzbuch Napoleors Civilgeſetz des Koͤnigreichs geworden iſt, beſtehenden Subſtitutionen?
zugeſchickt haben;
In Erwaͤgung, daß, wenn gleich das Geſetz keine zuruͤck⸗ wirkende Kraft haben darf, und nur fuͤr die Zukunft ver⸗ bietende Vorſchriften enthaͤlt, es gleichwohl anf der andern Seite gewiß iſt, daß ein neues Geſetz die Folgen eines vor⸗ hergehenden veraͤndern kann, ohne jedoch wohl erworbene Rechte zu kraͤnken;
Daß folglich das Verbot ſolcher Subſtitutionen jeden Anfall und jede kuͤnftige Vollziehung derſelben verhindert, wenn nicht ſchon wirklich ein Recht erworben iſt;
Daß daher die Frage entſteht: ob vor dem Tode des mit dem Fideicommiß Belaſteten ein Recht erworben ſey?
Daß man wohl ſagen koͤnnte, es haͤtten bey Lebzeiten des Belaſteten die Fideicommißerben nur bloß eine Hoffuung⸗ ein bedingtes Recht, abhaͤngig theils von verſchiedenen Ereigniſſen, welche die Subſtitutionen vereiteln koͤnnen, theils von ihrem Ueberleben, woraus es ſich dann folgern ließe, daß ſie kein ſo begruͤndetes Recht haben, um nicht der Wirkung eines, vor dem Ereigniſſe, wodurch ſie in den Beſitz geſetzt werden, erlaſſenen Geſetzes unterworfen zu ſeyn;
Daß man dagegen aber auch einwenden kann, es habe ſich der vor dem 1ſten Januar 1808 geborne Fideicommiß⸗ erbe auf die Subſtitution, zu welcher er berufen war, Rech⸗ nung gemacht; er ſey aus einer in Ruͤckſicht auf das Fideicommiß eingegangenen Ehe geboren; er habe, wenn er volljaͤhrig war, in der wahrſcheinlichen Erwartung, das Fideicommiß zu erhalten, Verbindlichkeiten uͤbernommen,


