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Napoleons Gesetzbuch
Entstehung
Seite
35
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I. Buch. 5. Titel. 3. Cap. 35

166. Die beyden Aufgebote, welche der 63 ſte Artikel in dem Titel: von den Urkunden des Perſonenſtandes, vor⸗ ſchreibt, muͤſſen bey der Municipalitaͤt des Ortes geſchehen, wo ein jeder der beyden Contrahenten ſeinen Wohnſitz hat.

167. Deſſen ungeachtet muͤſſen die Aufgebote auch bey der Municipalität des letzten Wohnſitzes geſchehen, wenn einer von beyden ſeinen gegenwaͤrtigen Wohnſitz erſt durch einen Aufenthalt von ſechs Monaten erlangt hat.

168. Sind die Contrahenten oder einer von ihnen in Ruͤckſicht ihrer Verheirathung unter der Gewalt eines An⸗ dern: ſo ſollen die Aufgebote auſſerdem noch bey der Mu⸗ nicipalität des Wohnortes der Perſonen geſchehen, unter deren Gewalt ſich jene befinden.

169. Dem Koͤnige oder den Beamten, welche er deshalb beauftragen wird, ſtehet es frey, aus wichtigen Gruͤnden von dem zweyten Aufgebote zu befreyen.

170. Eine Heirath, welche im Auslande zwiſchen Einlaͤn⸗ dern oder zwiſchen Einlaͤndern und Fremden eingegangen wird, iſt guͤltig, wenn ſie nach der im Lande hergebrachten Form abgeſchloſſen wurde, vorausgeſetzt, daß die im 63ſten Artikel, in dem Titel: von den Urkunden des Perſonen⸗ ſtandes, vorgeſchriebenen Aufgebote vorhergegangen ſind, und daß der Einlaͤnder den im vorhergehenden Capitel ent⸗ haltenen Verfuͤgungen nicht zuwider gehandelt hat.

171. In den erſten drey Monaten nach der Ruͤckkehr des Einländers in das Gebiet des Koͤnigreichs, muß die Urkunde uͤber die im Auslande geſchloſſene Ehe in das oͤffent⸗ liche Heirathsregiſter des Ortes, wo er ſeinen Wohnſitz hat, eingetragen werden.

Drittes Capitel. Von den Einſpruͤchen wider die Ehe.

172. Das Recht, wider die Abſchließung einer Ehe Einſpruch zu thun, hat die Perſon, welche mit einem der beyden Verlobten ſchon verheirathet iſt.

173. Der Vater, und, in deſſen Ermangelung, die