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Napoleons Gesetzbuch
Entstehung
Seite
8
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3 I. Buch. 1. Litel. 2. Cap.

29. Wenn derjenige, welcher wegen NRichterſcheinens ver⸗ urtheilt worden iſt, ſich binnen fuͤnf Jahren, von dem Tage der Vollſtreckung des Urtheils an zu rechnen, freywillig ſtellt, oder in dieſer Zwiſchenzeit ergriffen und in Verhaft genom⸗ men wird: ſo iſt das Urtheil hierdurch kraft des Geſetzes vernichtet; der Angeklagte wird in den Beſitz ſeines Ver⸗ moͤgens wieder eingeſetzt und aufs Neue gerichtet; und wenn er durch das neue Erkenntniß zu derſelben, oder auch zu einer andern Strafe, die gleichfalls den burgerlichen Tod nach ſich zieht, verurtheilt wird: ſo ſoll dieſer doch nur von dem Tage an ſtatt haben, an welchem das zweyte Ur⸗ theil vollſtreckt wurde.

30. Wird derjenige, welcher wegen Nichterſcheinens vei⸗ urtheilt war, und erſt nach fuͤnf Jahren ſich geſtellt hatte, oder in Verhaft genommen war, durch das neue urtheil losgeſprochen, oder nur zu einer Strafe verurtheilt, die den buͤrgerlichen Tod nicht nach ſich ziehet: ſo ſoll er fuͤr die Zukunft, und zwar von dem Tage an, wo er wieder vor Gericht erſchienen iſt, in den vollen Genuß ſeiner buͤrgerlichen Rechte wieder eintreten; gleichwohl behält das erſte Urtheil fuͤr die Vergangenheit die Wirkungen, welche in der Zwi⸗ ſchenzeit, die nach dem Ablauf der fuͤnf Jahre bis zum Tage ſeiner Erſcheinung vor Gerichte verſtrichen iſt, der buͤrger⸗ liche Tod nach ſich gezogen hat.

34. Stirbt derjenige, welcher wegen Nichterſcheinens verurtheilt war, binnen der Gnadenzeit von fuͤnf Jahren, ohne ſich geſtellt zu haben, oder ergriffen und in Verhaft genommen zu ſeyn: ſo wird er mit der vollen Zuſtaͤndigkeit ſeiner Rechte verſtorben geachtet, und das wegen ungehorſa⸗ men Nichterſcheinens gefaͤllte Urtheil ſoll kraft des Geſetzes vernichtet ſeyn; jedoch mit Vorbehalt der Klage des beſchaͤ⸗ digten Theils gegen die Erben des Verurtheilten, welche gleich⸗ wohl nur in dem Civilproceſſe geltend gemacht werden kann.

32. In keinem Falle ſetzt die Verjaͤhrung der Strafe den Verurtheilten fuͤr die Zukunft in ſeine buͤrgerlichen Rechte wieder ein.

33. Das Vermoͤgen, welches der Verurtheilte ſeit dem