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Napoleons Gesetzbuch
Entstehung
Seite
9
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I. Buch. 2. Titel. 1. Cap. 9

Eintritte des buͤrgerlichen Todes erworben hat, und in deſſen Beſitze er am Tage ſeines natuͤrlichen Todes ſich befindet, fallt dem Staate, vermoͤge ſeines Rechtö auf erbloſes Gut, anheim; deſſen ungeachtet bleibt es dem Koͤnige uͤberlaſſen, zum Vortheile der Wittwe, der Kinder oder Verwandten des Verurtheilten, hieruber ſolche Verfuͤgungen zu treffen/ die ihm die Menſchlichkeit eingibt.

Zweyter Titel.

Von den Urkunden des Perſonenſtandes. (S. Anh. Nro. III.*)

Erſtes Capitel. Allgemeine Verfuͤgungen.

3 4. Die Urkunden des Perſonenſtandes muͤſſen das Jahr, den Tag und die Stunde, wo ſie aufgenommen wer⸗ den, die Vornamen, die Geſchlechtsnamen, das Alter, das Gewerbe und den Wohnort aller derjenigen ausdruͤcken, welche darin genannt werden.

35. Die Beamten des Perſonenſtandes duͤrfen den Ur⸗ kunden, die ſie abfaſſen, weder durch Anmerkungen, noch durch ſonſtige Aeußerungen irgend etwas einruͤcken, außer dem, was von den Erſcheinenden erklaͤrt werden muß.

36. In den Faͤllen, wo die Intereſſenten nicht verbunden ſind, in Perſon zu erſcheinen, duͤrfen ſie ſich durch einen An⸗ dern, der mit einer darauf beſonders gerichteten, in glaubhaf⸗ ter Form abgefaßten, Vollmacht verſehen iſt, vertreten laſſen-

37. Nur Mannsperſonen, die wenigſtens ein und zwan⸗ zig Jahre alt ſind, Verwandte oder andere, duͤrfen bey Aufnahme der Urkunden des Perſonenſtandes als Zeugen zu⸗ gezogen werden: die Intereſſenten waͤhlen dieſe ſelbſt.

38. Der Beamte des Perſonenſtandes muß den erſchei⸗ nenden Theilen, odes ihren Bevollmaͤchtigtenund den Zeu⸗ gen die Urkunde vorleſen, worin auch der Erfuͤllung dieſer Foͤrmlichkeit Erwaͤhnung zu thun iſt.