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in der That iſt jede Uebertretung jenes geſetzlichen Ver⸗
bots von Seiten der Partheyen ganz unmoͤglich, ſobald der Beamte des Civilſtandes nicht die Hand dazu bie⸗ tet; auch iſt die Uebertretung von Seiten der Partheyen
weit weniger ſtraͤflich als die von Seiten des Beam⸗ ten, der in Eid und Pflichten ſteht und von dem Ge⸗ ſetz mit der Handhabung jener Vorſichts Maasregel be⸗ auftragt iſt. Waͤre demnach die Nullität der Ehe eine angemeſſene und der Gerechtigkeit des Geſetzgebers wuͤrdige
Strafe? Endlich kann ja eine Uebertretung durch Verwei⸗ ſung, Suspenſion oder Deſtitution des Beamten geahndet werden, und es bleiben daher noch Mittel genug uͤbrig, um
den Vollzug jener geſetzlichen Verfuͤgung zu verſichern.
7) Auch aus dem Verbot des Art. 297 fließt nur ein verhin⸗ derndes, kein vernichtendes Ehehinderniß her. Der Zweck deſſelben iſt, von der Eheſcheidung zuruͤckzuhalten; ein⸗ zelne, nie vorher in Anſchlag zu bringende, Uebertretungen deſ⸗ ſelben konnen dieſen nicht vereiteln, und die nirgends im Geſetz begruͤndete Nullitaͤt der Ehe waͤre keine angemeſſene Strafe dafuͤr. 8) Die Sektion wollte auf den Vorſchlag des Appellhofes von Lyon dem Wittwer verbieten, vor dem Ablauf von dreien Mo⸗ naten nach der Aufloͤßung einer erſten Ehe zur zweiten zu ſchreiten. Dieſer Vorſchlag gruͤndete ſich einzig auf den oͤf⸗ fentlichen Anſtand; da er aber gelinder war, als die öffentliche Meinung ſelbſt, ſo wäre dieſe Verfugung im Allgemeinen von keinem Nutzen geweſen; in einzelnen Faͤllen hätte ſie dagegen Nachtheile haben können. Der Vorſchlag ward daher beſeitigt. 9) Ohngeachtet der Art. 228 von dem Falle keine Meldung thut, wo eine Ehe nichtig erklaͤrt worden iſt, und ſogar ſtreng genommen keine Aufloßung der Ehe ſtatt finden kann,


