4 pellier(in ſeinen Bemerkungen S. 13) ausdraͤcklich dar⸗ auf angetragen, eine Ausnahme in Hinſicht auf die Ehen, wel⸗ che vor 17092 abgeſchloſſen worden, zu machen; ein Vorſchlag, der jedoch ohne Folge blieb,„weil die neue Geſetzgebung in Be⸗ treff der Eheſcheidung eben ſo wenig als die in Betreff der Erbfolge, des Pflichttheils ꝛc. zuruͤckwirke, und die Ehegatten das Recht, in der Ehe zu verbleiben, nur in ſo weit erwerben konn⸗ ten, als das Civil Geſetz, unter deſſen Gewalt allein auch vor der Revolution ihre Ehe abgeſchloſſen ward, weil daſſelbe allein die Form und die Bedingungen der Ehe regu⸗ liren konnte, es ihnen fernerhin geſtatten wuͤrde.“
4) Schwieriger ſcheint Anfangs die Frage: ob auch ſolche That⸗ ſachen zur Eheſcheidung ſtatt geben können, welche ſich vor der Verkuͤndigung des Coder ereignet haben. In Frankreich fallt zwar dieſe Schwierigkeit durch das Geſetz von 1792 weg, weil dieſe Thatſachen ſich nothwendig unter ſeiner Herrſchaft zugetragen haben muͤſſen; allein in Staten und Provinzen, in welchen dieſes Geſetz nicht rezipirt worden, hat ſie die Meinungen der Rechtsgelehrten getheilt, und wir haben ſogar ein Urtheil des Tribunals von Turin vom 9 Frimaire 12 vor uns, welches aus dem Grunde,„daß nach der Geſetzgebung, welche zur Zeit der von der Klägerin auf Eheſcheidung artikulirten Thatſachen beſtand, dieſe ſie hochſtens nur zu einer Klage auf Trennung von Tiſch und Bett, nicht aber zur Scheidung haͤtten berechtigen können“, ihre Klage unzuläßig erklärte. Die⸗ ſes Urtheil ward jedoch durch den Appellhof von Turin (Urtheil vom 21 Floreal 12) reformirt. Der Appellhof ging dabei von dem Grundſatze aus, daß, um den Geiſt, in wel⸗ chem die Verfuͤgungen des Coder in Betreff der Eheſcheidung erlaſſen worden und anzuwenden ſind, zu erkennen, man noth⸗


