Von Beſtellung der Handelsgerichte 263
Geſchaͤfte und Obliegenheiten, ſollen durch einen Befehl der oͤffentlichen Verwaltung beſtimmt werden.
625. Fuͤr die Stadt Paris inſonderheit ſollen eige⸗ ne Handelsgerichtsdiener(Gardes du commerce) zu Vollſtreckung der auf perſonliche Verhaftung gerichteten Erkenntniſſe angeſtellt werden: die Art ihrer Beſtellung und ubrige Verfuͤgungen uͤber ſie ſollen durch eine be⸗ ſondere Inſtruction angeordnet werden.
bz6. Die Erkenntniſſe der Handelsgerichte muͤſſen von wenigſtens dreyen Beyſitzern geſprochen werden: die uberzahligen Beyſitzer koͤnnen daran nur in ſofern Antheil nehmen, als dieſe Zahl vollſtändig gemacht wer⸗ den ſoll.
627. Bey den Handelsgerichten faͤllt übrigens aller Rechtsbeyſtand durch Advocaten, in Folge des Art. 414. der Gerichtsordnung gänzlich hinweg: niemand darf vor dieſen Gerichten als Sachwalter einer Parthey erſcheinen, wenn nicht die Parthey bey perſoͤnlichem Erſcheinen vor dem Gerichte ihn ausdruͤcklich dazu auffordert, oder er eine Special⸗Vollmacht erhalten hat. Dieſe Vollmacht, welche unmittelbar unter das Original oder die Abſchrift der La⸗ dung geſetzt werden kann, ubergiebt man dem Greffier, ehe die Sache vorkommt, worauf er ſie unentgeltlich mit ſei⸗ nem Vidi verſiehet.
628. Das Amt der Gerichtsbeyſitzer iſt ein bloßes Ehrenamt(folglich ohne Beſoldung).
629. Ehe die Beyſitzer ihr Amt antreten, werden ſie in voller Sitzung des Appellations-Gerichts, wenn dieſes in dem Arrondiſſement beſtellet iſt, in welchem das Han⸗ delsgericht errichtet wird, eidlich verpflichtet: iſt letzteres nicht der Fall, ſo ertheilt das Appellations⸗Gericht, auf Verlangen der Handelsgerichts⸗-Beyſitzer, dem Cipil⸗ Gerichte Auftrag zu Abnahme des Eides, das Gericht nimmt hierüber ein Protocoll auf, und ſendet ſolches an das Appellations⸗Gericht, von welchem die Eintragung in ſeine Gerichts-Handelsbuͤcher verfuͤget wird. Bieſes ganze Verfahren erfolgt übrigens auf Befehl der Regierung und ohne alle Koſten.
630. Die Handelsgerichte ſtehen ausſchließlich unter


