Von den Bankerotten. 251
593 In dem Erkenntniſſe, welches auf Beſtrafung der Mitſchuldigen am muthwilligen Bankerott gerichtet iſt, ſollen ſie zugleich verurtheilt werden,
1 der Credit⸗Maſſe die betruͤglicherweiſe entfremdeten Guͤter, Rechte und Anſpruͤche zuruͤckzuverſchaffen,
2) der Credit⸗Maſſe eine Entſchaͤdigung zu leiſten, die dem Betrage deſſen gleich ſeyn ſoll, was ſie ihr durch den Betrug zu entziehen verſucht haben.
509. Die Verfuͤgungen der peinlichen Gerichtshofe gegen die muthwilligen Bankerottirer und deren Gehuͤl⸗ fen werden oͤffentlich angeſchlagen und in eine Zeitung eingeruckt, wie der Art. 683 der Gerichtsordnung vorſchreibt.
Drittes Capitelk.
Von Verwaltung der Maſſe im Fall eines Bankerotts.
600. Bey allen wegen einfachen oder betruͤglichen Bankerotts zu verhängenden Unterſuchungen und Straf⸗ erkenntniſſen ſind die Civil⸗Anſpruͤche, wiefern ſie nicht zu den im Art. 508. erwaͤhnten gehoͤren, für ſich zu behan⸗ deln, und alles, was wegen Verwaltung der Maſſe oben verordnet worden, bleibt in ſeiner Ordnung, ohne daß der⸗ gleichen vor die Zucht⸗Polizey⸗ und Criminal⸗Gerichte ge⸗ zogen, dahin verwieſen, oder an ſie abgegeben werden durfte.
6o1. Indeſſen ſind die Syndicen der Glaͤubiger im Eredit⸗Weſen verbunden, den kaiſerlichen Procuratoren und deren Subſtituten alle und jede Urkunden, Schriften, Papiere und Nachrichten zu gewaͤhren, welche bey erſtern geſucht werden moͤchten.
602. Die Urkunden, Schriften und Papiere, welche von den Syndicen abgegeben worden ſeyn möͤchten, wer⸗ den im Laufe des(Criminal⸗) Verfahrens vermittelſt der Gerichts⸗Erpedition immer zur Mittheilung bereit gehal⸗ ten: dieſe Mittheilung kann auf Anſuchen der Syndicen Statt finden, die entweder bloß Privat⸗Abſchriften davon nehmen, oder um beglaubte bitten konnen, welche


