Von den Handelsgeſellſchaften. 21
53. Die Ernennung der Schiedsrichter geſchieht ent⸗ weder kraft einer Urkunde, welche von den Intereſſenten unterzeichnet wird, oder in einem Notariats⸗Inſtrumente: entweder durch freywillige Uebereinkunft oder durch Erklaͤ⸗ rung im Laufe des Proceſſes.
54. Die Friſt, innerhalb deren der Rechtsſtreit ent⸗ ſchieden werden ſoll, wird von den Partheyen, indem ſie die Schiedsrichter ernennen, beſtimmt: und konnen ſie we⸗ gen der Friſt ſich nicht vereinigen, ſo entſcheidet die Obrigkeit daruͤber.
55. Weigern ſich ein oder mehrere Ge Schiedsrichter zu ernennen, ſo werden die letz Handelsgerichte von Amtswegen beſtellet.
56. Die Partheyen uͤbergeben ihre Urkunden und Vor⸗ 18 den Schiedsrichtern, ohne alle proceſſualiſche Forma— itat
ſellſchafter tern vom
57. Der Handelsgeſelliſchafter, welcher in Veberreichung der nothigen Urkunden und Schriften ſäumig iſt, wird geladen, ſolche innerhalb zehen Tagen anzuſchaffen.
58. Doch koͤnnen die Schiedsrichter, nach Maaßgabe der Umſtände, die Friſt zu Einreichung der Urkunden verlängern.
59. Iſt keine Friſtverlaͤngerung zugeſtanden worden, oder die neue Friſt abgelaufen, ſo ſprechen die Schiedsrich⸗ ter nur nach den Urkunden und Schriften, welche einge⸗ reicht worden.
60. Bey gleichen Stimmen ernennen die Schiedsrich⸗ ter einen Obmann, wenn die Partheyen ihn nicht ſelbſt er⸗ nennen: ſind die Schiedsrichterwegen dieſer Ernennung un⸗ einig, ſo wird der Obmann vom Handelsgericht ernannt.
61. Dem ſchiedsrichterlichen Ausſpruche muͤſſen die Entſcheidungsgruͤnde beygefügt werden.
Das Erkenntniß ſelbſt wird beym Handelsgericht ſchriftlich niedergelegt und ohneall Abänderung mit Rechts⸗ kraft verſehen und in die Gerichtsprotocolle eingetragen, kraft einer von dem Vorſitzenden des Gerichts deutlich, unbedingt, innerhalb dreyer Tage von Zeit der Einreichuug gerechnet, zu ertheilenden Reſolution.
62. Vorſtehende Verfugungen gelten auch für die Wittwen, Erben und Stellvertreter der Handelsgeſellſchafter


