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Erste Abtheilung, Privatrecht : Erster Theil (1809)
Entstehung
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genheit des Siegers noch durch die politiſche Tendenz der Re⸗ gierung, die romiſche Verfaſſung und Geſetzgebung allen eroberten Provinzen aufzudringen, unterſtuͤzt ward.

2) Fuͤnf Jahrhunderte ſind mehr als hinlaͤnglich, um unter ſolchen Umſtänden die Sitten und Geſetzgebung eines Vol⸗ kes zu verändern. Eine Menge romiſcher Familien ließ ſich in Gallien nieder, und die Nachbarſchaft des Mutterlandes veranlaßte häufige Verbindungen zwiſchen den Romern und⸗ Galliern. Die Sitten der lezten verfeinerten ſich, die geſell⸗ ſchaftliche Verhaͤltniſſe wurden vervielfältigt, und da das alte Gewohnheits Recht nicht hinreichte, um ſie zu reguliren, ſo richtete man ſich natärlich nach dem, durch die Weisheit ſeiner Verfuͤgungen hochberkhmten, Rechte des Siegers. Die romiſche Kaiſer ſelbſt brachten, vorzuglich im 4ten Jahr⸗

hundert, bald kuͤrzere bald längere Zeit in Gallien zu(Max⸗ imilian, Conſtanz, Julian). Einen weitern Be⸗ weis für die Verbreitung der römiſchen Sitten liefern die lateiniſche Schriften galliſcher Schtiftſteller uſonius, Salvianus, Sidonius), die lateiniſche Namen der Gallier, vorzuglich der Biſchoͤffe, die der Flecken und Ortſchaften(Latiniacus ager, woher Lagny, Petricia- nus, woher Percy, Sabinianus woher S avigny) endlich die Menge lateiniſcher Worte, welche in die fran⸗ zöſiſche Sprache aufgenommen worden ſind.

3) Es fehlt auch nicht an poſitiven hiſtoriſchen Beweiſen, daß das roͤmiſche Recht faſt in ganz Gallien als gemeines Recht rezipirt war. Einer der vier Prätoren des Praͤtoriums hatte daſelbſt ſeine Reſidenz, und die Ueberſchriften mehrerer im Juſtinianeiſchen Koder enthaltener Geſetze be⸗ weiſen, daß ſie fuͤr die Gallier erlaſſen worden ſind.