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Cäſar und Tacitus nur unvollſtaͤndige Nachrichten hinterlaſſen. Von einer geſchribenen Getetzgebung iſt keine Spur uͤbrig, auch ſcheint es nicht, als ob jemals eine ſolche vorhanden geweſen ſei⸗ In Gallien theilten ſich unabhängige Völkerſchaften, die jedoch einerlei Sitten und Gehrauche hatten; auch war im Norden der Einfluß der benachbarten germaniſchen Völkerſtämme bemerkbar.
Ohngeachtet der übrige Theil Galliens in der Kultur
verhãltnißmãſſig groͤſſere Fortſchritte gemacht hatte, wa⸗
ren doch die vurgerliche Verhältniſſe noch höchſt ein⸗
ſach, und die Klagen meiſtens perſönlich. Ueber die
Erbfolge wiſſen wir ſehr wemg; die roͤmiſche Teſtamente
ſcheinen nicht bekannt geweſen zu ſein. Die eheliche und
väterliche Gewalt war ſehr ausgedehnt, und zwiſchen den
Ehegatten eine Gemeinſchaft der Güter üblich. Ritter
und Druiden theilten ſich in die verſchiedenen Zweige der
Regierung,
Tafcus, de situ, moribus et populis Germanie, Julius Cæsar comment. de bello Gallico. Liv. VI.
1) Eigentlich unterſchied man in Gallien vier Klaſſen von Einwohnern: die Ritter, die Druiden, das Volk und die Sclaven; denn ohngeachtet Cäſar verſichert, das ganze Volk habe in der Bebrockung gelebt, ſo unterſcheidet er doch die Maſſe der Einwohner von denen, die ſich formlich der Scla
edi hingegeben hatten.
2) Die Druiden ſtanden zugleich dem Gottesdienſt, der Civil⸗ und KriminalJuſtizPflege, und der oͤffentlichen Erziehung vor. Sie ſprachen gegen diejenige, welche ſich ihren Aus⸗ ſpruͤchen nicht unterwarfen oder entziehen wollten, eine In⸗ terdiktion aus, die einige Aehnlichkeit mit dem buͤrger⸗


