Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung, Privatrecht : Erster Theil (1809)
Entstehung
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ſo wie die Kenntniß deſſen, was im geſellſchaftlichen Zuſtande gerecht und ungerecht iſt(der Rechte, welche ing lor exté- rieur geltend gemacht werden und die Verbindlichkeiten, zu deren Erfuͤllung man gezwungen werden kann), die Wiſ⸗ ſenſchaft des poſitiven Rechtes nennen. Die groͤßte. Schwierigkeit der neueren Bearbeitungen des Naturrechts liegt wohl darin, daß die Verfaſſer derſelben alle im ge⸗ ſellſchaftlichen Zuſtande gelebt haben und leben.

3) Auch darf man die Moral, die auch im einzelnen iſo⸗ lirten Menſchen beſteht Knicht mit dem Naturrecht ver⸗ wechſeln, das nothwendig mehrere Perſonen vorausſetzt, aus deren Verhältniſſen Rechte(Befugniſſe) und folglich Ob⸗ liegenheiten(Verpflichtungen) entſpringen. Der geſell⸗ ſchaftliche Zuſtand ſetzt eine dritte voraus, welche die Aus⸗ uͤbung dieſer Befugniſſe ſichert(eine Regierung, Gerichts⸗ pöfy.

4) Man hat die Römer uͤber ihre Definition des Naturrechts ſo heftig angefochten, daß ſelbſt viele ihrer wärmſten An⸗ hänger ſie als unhaltſam aufgegeben haben. Meiner Mei⸗ nung nach war doch ihre Eintheilung des Rechtes in: Ju⸗ nAros3(quod natura omnin animliæ docuit) Jos

onnrin(quod naturælis ratio inter omnes Aomines constituit,) und Jos civmn(quòd quque sibi cirt- kas constituit,) weit richtiger als die, welche man heut⸗ zutage an deren Stelle geſetzt hat. Daß die Römer ubri⸗ gens über das, was wir Jus naturze nennen und ſie Jus Gentium nannten, dieſelbe Begriffe hatten wie wir, be⸗ weiſen nicht alein viele Stellen in dem Corpus Juris ſondern auch der Klaſſiker, unter andern die ſchoͤne Stelle Eiceros: est non scripta sed nata lex, quam non