Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung, Privatrecht : Erster Theil (1809)
Entstehung
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1) Ich nehme das Wort: Geſetz, hier im engern Sinne.

Im weitern iſt alles, was eine Nothwendigkeit mit ſich fuͤhrt, Geſetz; uͤber die Unterabtheilungen der Geſetze in phyſiſche, intellektuelle ꝛc. ꝛc. ſiehe Thibaut a. a. O.

2) Alles was man zur Rechtfertigung der Definition der Ju⸗

risprudenz in den Inſtitutionen angefuͤhrt hat, ſcheint es zwar deutlich zu machen, wie Ulpian dieſe Definition aufſtellen konnte, aber kann mir unmoͤglich die Ueberzeu⸗ gung benehmen, daß er fuͤr einen Theil das Ganze geſetzt hat: rerum divinarum et humanarum notitia iſt doch wohl eher die Wiſſenſchaft, als die Wiſſenſchaft des Rech⸗

tes. Der zweite Theil ſeiner Definition entſpricht der obi⸗

gen, indem nur das rechtlich iſt, was den Geſchriebenen und nicht geſchriebenen) Geſetzen nicht zuwiderläuft.

3) Das Wort Jurisprudenz(Jurisprudence) hat eine enge⸗

re Bedeutung, in welcher es die aus einer Reihe von po⸗ ſitiven Entſcheidungen abgeleitete Saͤtze bedeutet; in die⸗ ſem Sinne ſagt man: la jurisprudence des arréts, la

jurisprudence de la Cour de cassation etc. ete. Die⸗ ſer Theil der Rechts Wiſſenſchaft im Allgemeinen iſt in dem

franzöſiſchen Rechte vorzuglich wichtig, weil durch die in Frankreich von jeher uͤbliche Publizität der Urtheilsſpruͤche und die ſtrenge Hierarchie der Gerichts Behörden die Jurispru⸗ denz dieſer letztern viele Luͤcken in der Geſetzgebung aus⸗ fullt.

§. 2. Der Gegenſtand des Rechtes im Allgemeinen ſind die ver⸗

ſchiedene menſchliche Verhältniſſe. Jede aus dieſen Verhält⸗ niſſen entſpringende Beſugniß heißt wieder: ein Recht, im