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Napoleons I. Kaisers von Frankreich, Königs von Italien und Beschützers des Rheinbundes Civilgerichtsordnung des Französischen Reichs / Nach der neusten officiellen Ausgabe verdeutscht ; und, nebst den von dem Französichen Rechtsgelehrten Herrn Dufour jedem Artikel beygefügten Parallelstellen des ältern Französischen und Römischen Rechts, auch seinen eigenen Bemerkungen ; herausgegeben von Christian Daniel Erhard
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Von ſchiedsrichterlichen Entſcheibungen. 331

Der Theil, welcher die Sache am eifrigſten betreibt, hat bey ihm deshalb eine Bittſchrift einzureichen.

In behden Faͤllen muß jeder Theil der Schiedsrich⸗ ter entweder in einem und demſelben, oder in mehrern Protocollen ſeine Meinung beſonders, und mit Beyfügung der Entſcheidungsgründe, aufſetzen.()

1018. Der Obmann hät, vom Tage der Uebernahme des Geſchäfts an gerechnet, in Monatsfriſt ſeine Entſchei⸗ dung zu geben; ausgenommen, wenn dieſe Friſt in der Urkunde, durch die er ernannt wurde, verlaͤngert worden iſt; doch kann er das Erkenntniß nicht eher ertheilen, bis er ſich vorher mit ſaͤmmtlichen unter einander in Wider⸗ ſpruch ſtehenden Schiedsrichtern berathen hat, welche deshalb zuſammenberufen werden muͤſſen.(Ark. röe8. Nr. 4.)

Kommen nicht alle Schiedsrichter zuſammen, ſo ſpricht der Obinann das urthel allein; doch muß er einer der von den uͤbrigen Schiedsrichtern angenommenen Mei⸗ nung beytreten.

1orh. Die Schiebsrichtet, wie der Hbmann, müſ⸗ ſen nach Rechtsgruabfätzen entſcheiden; ausgenommen, wenn ihnen im Comptömiſſe überlaſſen iſt, als gutliche Vermittler zu erkennen.(²) S

(¹) Vorher beteits anerkannter Gerichtsbrauch⸗ pothier a. a. O.

(²) Durch dieſe Verordnungen ſind viele Streitigkeiten gehoben. Die ältern Geſetze, und ſelbſi das bom a6 und 24. Auguſt 1790. ſchwiegen über dieſen Punkt, die Jüriſten aber waren deshalb un⸗ eins; Ponmkt im Proit public Lävre II. Sect 1. ineinte, daß, da die Schiedsrichter ſo gut zur gütlichen Beylegung, als zur

* Entſcheldung gewählt wäten, ſie ſich an die gerichtlichen Formen und die Strenge des Rechts nicht genau zu binden hätten. Despeises de lOrdre judiciaire Tit. II. Secr. 1. Drang nebſt mehrern darauf, daß ſich die Schiedsrichter ſireng nach dem Rechte richten müßten. Andre, wis z. B. Forriere im Dictionnaire de droic unter: Compromis und Bornier beym gten Artikel des Zr. Zitels der Drdonnanz von 1667. utiterſcheiden, wic im obi⸗ gen Artikel geſchehen iſt, zwiſchen Schiedsrichtern und Mittels⸗ männern zur gütlichen Beylegung

Die Schiedsrichter müſſen den unterſiegenden Theit in die Koſten verurtheilen. Pochier a. a. O. Drdonnanz von 1667. Tit.. XXXI. Art. L