Einteitung. x
Eine ausgezeichtiete Eigenheit und ein Vorzug des franzöſiſchen Proceſſes iſt, daß jeder Theil ſeinen Gegner perſönlich uber gewifſeThutſu chen vom Richtet(arti⸗ kelsweiſe) abhörb laſſen kunn; wobey der Sächwal⸗ ter des zu Befragenden nicht gegenwaͤrtig ſehn darf.
Das letztere ſcheint mit, vielleicht aus übertriebe⸗ ner Behutfamkeit, bedenklich. Sobald es nur dem Sachwalter derboten unb unmöglich gemacht“ iſt/ſii⸗ nem Clienten wortlich oder durch Zeichen anzugeben, wie er ankworten ſolle, halte ich die Gegenwart beyder Sachwalter nicht nur fuͤr ganz unbe⸗ denklich, ſondern auch, zu Verhuͤtüng der Mißbräuche, die ein vielleicht purtheyiſchet Rich⸗ ter mit dieſer Befragung treiben könnts, fuͤr we⸗ ſentlich nothwendig; beſonders da(Art! 325.) die Befragung von einem Einzelnen und nicht in der Sitzung geſchieht. Man weiß ja, wie leicht ein furchtſamer und einfältiger Menſch dürch höchführen⸗ des Weſen ünd durch den Ton der Frage ſelbſt eingeſchuͤchtert und irre gemacht; und wie von der an⸗ dern Seite einem ſchlauen Menſchen die Antwort, wie ſie gerade fuͤr den Nuützen des Befragten amn zweckmaͤßigſten iſt, ebenfalls durch die Frage ſelbſt, von elnem fur ihn gewonnenen Richter, in den Mund gelegt werden kann. Daß weder das eine, noch das andre geſchehe, würde durch die Wach⸗ ſamkeit der Anwälde verhindert werden. Mit wenig⸗ ſtens ſcheint dieſer Vortheil die Bedenklichkeiten zu uberwiegen, welche der Zulaſſung der Suh⸗ walter entgegenſtehen koͤnnten.


