Teil eines Werkes 
Fünftes Stück (1809)
Entstehung
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Sro

der Vollkommenheit gelangt ſein, in welcher wir fie, ſogar in den uns noch uͤbrig gebliebenen Truͤmmern,

erblicken, wenn die Forſchung nach der Wahrheit durch Praͤjudizien waͤre gehemmt worden. Wer wird ſich

auch bemuͤhen, in den Geiſt der Geſetze einzudringen,

und die Theorie des Rechts auszubilden, wenn er weiß, daß einmahl angenommene fehlerhafte Meinungen bei den Gerichten alles Streben nach Wahrheit vergeblich machen. Es iſt bloß ein dem Deutſchen eigener Starr⸗ ſinn, mit Hintenanſetzung der beſſern Erkenntniß die ſchlechtere vorzuziehen und ihr zu folgen, darum, weil er ihr einmahl gefolgt iſt. Die franzoͤſiſche Jurispru⸗ denz und Geſetzgebung will freilich eine ſo viel moͤglich gleiche richterliche Entſcheidung zur Aufrechthaltung des

richterlichen Anſehens, aber nicht auf Koſten der Wahr⸗

heit und der beſſern Einſicht. Eine affectirte Infalli⸗ bilitaͤt des Richters iſt ihr ein Graͤuel.

prudenz, der die franzoͤſiſche hier auf dem Fuße folgt, im Koͤnigreiche Weſtphalen, das ja ein ganz auf fran⸗ zoͤſiſchen Fuß eingerichteter Staat iſt, die Grille von den Praͤjudizien ganz verbannen. Laßt uns nicht forthin⸗ ken, weil wir einmahl hinkten, und uns nicht einbilden, es convenire nicht mit unſerer Richterpflicht, den Leu⸗ ten hinfuͤhro mehr auf zwei geſunden Beinen zu erſchei⸗ nen, wenn wir ihnen einmahl hinkend erſchienen ſind. Oder wenn wir uns doch nicht von den Praͤjudizien trennen koͤnnen, ſo laßt uns doch wenigſtens nicht fal⸗ ſcce Erklaͤrungen von Stellen des Code Napoléon,

die wir in zu entſchuldigender Unwiſſenheit machten,

zu Praͤjudizien erheben, und dadurch die neue Juris⸗ prudenz wieder zu einem ſolchen unſeligen Miſchmaſch machen, als die alte wgr. . 4 P. v. W.

Laßt uns alſo im Geiſte der alten roͤmiſchen Juris⸗ 8