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Schwaͤngerungen, die vor dem 1. Januar 1808 vor⸗
gefallen ſind, noch immer fort nach unrichtigen und ganz dem Geiſte des Code ſundider laufenden Prinzi⸗
pien entſchieden, weil man einmahl eine fehlerhafte Ge⸗
ſetzerklärung angenommen hat, obgl eich in den letztern Unterſuchungen in dieſem Archive die Wahrheit zur
hoͤchſten Evidenz gebracht worden iſt, und Herr Pro⸗
feſſor Laſſaulx in ſeinen Annalen, B. 1, St. 3, dieſe zuletzt gegebenen Erklaͤrungen aus der neueſten
franzoͤſiſchen Rechtsſprechung beſtaͤtigt hat. Welche
Unordnungen und Streitigkeiten werden in der Fol ge entſtehen, wenn natuͤrliche Kinder, die vor dem 1. Ja⸗ nuar 1808 erzeugt ſind, die Succeſſion in das Ver⸗ moͤgen des Vaters reclamiren? Ich fuͤhre hier nur ein Beiſpiel an. Es leßhe ſich Praͤjudizien, welche ſich auf offenbar falſche Erklaͤrungen des Code Napo- léon gruͤnden, im Koͤnigreiche Weſtphalen bei man⸗
chen Gerichten ſchon zu Dutzenden anſuͤhren.
Es iſt aber ſehr merkwuͤrdig, daß die neuere fran⸗ zoͤſiſche ſaabenſahen und Geſetzgebung uͤberall von ſol⸗ chen Praͤjudizien, wodurch die Einſicht des Beſſern ge⸗ hemmt, und die richiige a nwendung der Geſetze unter⸗ graben wird, nichts wiſſen will, und daß daher wider⸗ ſprechende Urtheile eines und deſſelben Gerichts in di⸗ verſen, aber einander gleichen oder aͤhnlichen, Rechts⸗ ſachen gar nichts Seltſames ſind. So iſt es auch ganz vernuͤnftig. Das Recht, welches in der einen Rechtsſache ausgeſprochen wird, geht doch im Grunde die andere gar nicht an. Es hing ja von den Parteien ab, ob ſie ſich dem Ausſpruche des Richters unterwer⸗ fen, oder ſich der in den Geſetzen nachgelaſſenen Rechts⸗ mittel dagegen bedienen wollten. Dieſelbe Anſicht der Sache hatte der Roͤmer. Nie wuͤrde die doch eigent⸗ lich durch praktiſche Rechtsgelehrte— Richter und Sachwalde— ausgebildete roͤmiſche Jurisprudenz zu
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