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Anwendung die Rede iſt, ſich ſo angeeignet haben, als es von einer richterlichen Perſon verlangt wird. Ein fremdes eroberndes Volk hat uns aufgedrun⸗ gen ſeine uns ganz unbekannte Verfaſſung, ſeine Ge⸗ ſetze, und damit zugleich einen Theil ſeiner Sitten und Gebraͤuche. Es iſt uns nicht einmahl die Zeit gelaſſen worden, uns mit dem vielen Neuen, was man uns
aufdrang, gehrig bekannt zu machen; noch viel weni⸗
ger ſind die gehoͤrigen Veranſtaltungen zu dieſem Be⸗ kanntwerden getraffen worden. Wir alle— NRichter, Sachwalde— ſelbſt Lehrer der Rechte auf den Uni⸗ verſitaͤten— Rechtsgelehrte aller Klaſſen, theoreti⸗ ſche ſo wohl als praktiſche;— wir alle befinden uns ge⸗ gen die franzoͤſiſche Geſetzgebung etwa in dem Verhaͤlt⸗ niſſe, worin ſich der Studierende auf Univerſitaͤten zu ſeinem roͤmiſchen Rechte befindet: faſt moͤchte ich ſa⸗ gen, in einem noch viel ſchlimmern Verhaͤltniſſe; denn uns gehen die Huͤlfsmittel ab, die dieſer zum Verſtehen ſeines roͤmiſchen Rechts hat: ich meine die Geſchichte und Alterthuͤmer des franzoͤſiſchen Rechts, und die Kenntniß der franzoſiſchen oͤffentlichen und Privatver⸗ faſſung. Was wir voraus haben, iſt allein der geuͤb⸗ tere Blick in das Gebiet des Rechts, und dies, daß wir, als gemachte Rechtsgelehrte, uns da ſelbſt fort⸗ helfen koͤnnen, wo der Studierende der Anweiſung und Leitung des Lehrers bedarf.— Aber kann es fehlen, daß wir, von allen Seiten uͤbereilt, doch fehl greifen, daß wir die franzoͤſiſchen Geſetzbuͤcher zum Theil ganz falſch verſtehen und anwenden. Sie, dieſe Geſetz⸗ buͤcher, ſind ja keine Geſetzbuͤcher, wie ſie der Deut⸗ ſche gewohnt iſt, kein vollendetes Ganze, wie etwa das allgemeine Landrecht fuͤr die Preußiſchen Staaten. Die duͤrftigen Beſtimmungen derſelben(ſo ſchoͤn ſie auch ſein moͤgen) ſchwimmen ja nur, wie zerſtreuete Sterne, in dem großen Raume der uns noch ganz un⸗


