Teil eines Werkes 
Fünftes Stück (1809)
Entstehung
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Daͤrfen ſich entweder uͤberhaupt, oder doch ſchon 5

weiſe zu thun. Es iſt auf der einen Seite allerdings loͤblich, daß

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baran gewoͤhnt ſind, daß man Stellen der Pandecten

aus andern Schriften der Alten erklaͤrt, die auch nich

als Geſetz angenommen ſind.

15.

jetzt, bei den Gerichten im Koͤnigreiche Weſtpha⸗ len Praͤjudizien, mit Hinſicht auf die Anwen⸗ dung des Code Napoléon, bilden:

Was ich unter Praͤjudizien hier verſtehe, brauche

ich wol nicht erſt zu entwickeln, da ich es bloß mit

Sachverſtaͤndigen zu thun habe. Ich bemerke nur, daß ein Praͤjudiz auf eine doppelte Art entſtehen kann; aus der Erklaͤrung der Geſetze nach einer gewiſſen Anſicht, und aus der Anwendung eines gewiſſen arbitrii judi- cis in den Faͤllen, wo die Geſetze ſchweigen. Mit den Praͤjudizien der erſten Art habe ich es hier vorzugs⸗

ein Gericht bei der Entſcheidung gleicher oder doch

aͤhnlicher Faͤlle immer wieder dieſelben Grundſaͤtze an⸗ wendet, die es einmahl angewendet hat, weil ſonſt gegen

die durchaus gleiche Gerechtigkeit deſſelben leicht Zwei⸗

fel bei den Ununterrichteten entſtehen koͤnnen; wenn gleich auf der andern Seite die Forſchung nach der

Wahrheit dadurch gehemmt, und bei eigentlichen Irr⸗ thuͤmern die richtige Anwendung der Geſetze auf immer behindert wirrr.

Dem ſei indeß, wie ihm wolle, ſo bleibt ſo viel aus⸗

gemacht, daß Praͤjudizien, welche auf Geſetzerklaͤrung

beruhen, ſich vernuͤnftiger Weiſe nicht bilden können,

als wenn die Richter mit den Geſetzen voͤllig vertraut

find, oder uͤberall die Kenntniß des Rechts, von deſſen

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