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theilen, deſſen Inhalt uns heilig ſein muß, weil die
oberſte Staatsgewalt ihren unabaͤnderlichen Willen
darin ausgeſprochen hat. Es wuͤrde unklug, ja frevel⸗ haft ſeyn, wenn wir uns gegen den Geſetzgeber er⸗ heben, und ihm gleichſam den Krieg ankuͤndigen wollten.— Napoleons Geſetzbuch iſt nun einmahl auch fuͤr uns
ſanctionirt, uͤber den Werth deſſelben kann nur die
unparteiiſche Nachwelt richten. Die Zeit wird ent⸗ ſcheiden, und, da nichts vollkommen iſt unter der Son⸗ ne, das Gute behalten, das Schlechte verwerfen.*) „Zepter brechen, ſagt der deutſche Tacitus**), „Waffen roſten, der Arm des Helden verweſet, „aber was in den Geiſt gelegt iſt, iſt ewig!— Wias den Inhalt betrifft, ſind wit alſo, weil der Staat es nun einmahl befohlen hat, und wir Buͤr⸗ ger deſſelben ſein und bleiben wollen, zum unbedingten Glauben, zum ſtrengen Gehorſam verpflichtet; aber hochſt traurig wuͤrde es um den wiſſenſchaftlichen Zu⸗ ſtand des Rechts ausſehen, wenn wir auch in der Form, in der Darſtellung, ſclaviſch dem Geſetzgeber folgen muͤß⸗ ten. Nein! bloß der Stoff, das Recht in ſeinem ab⸗ ſoluten unwandelbaren Charakter, iſt uns gegeben, der Vortrag und die Behandlung aber iſt ein freies Erzeug⸗ niß unſeres Verſtandes. Wir duͤrfen mithin, wenn uns die Ordnung der vom Geſetzgeber aufgeſtellten Materialien nicht gefaͤllt, ohne Zweifel davon abgehen. Dieſes Recht haben wir immer geuͤbt, bei jeder Legis⸗ lation, und der Staat wird es uns nicht verbieken, weil es ein bloß doctrinelles Streben iſt, das den
») Selbſt in dem projet de loi concernant le Code Na oléon vom 24. Auauf 1807 wird geſagt,„daß man die menſchliche „Schwäche verkennen würde, wenn man glauben wollte, der „ Codex ſey keiner Verbeſſerung faͤhig”. Vergl. Archiv Heft iy ) Johanner von Ruͤller in den Reiſen der Paͤbſte. 30


