Teil eines Werkes 
Zweites Stück (1808)
Entstehung
Seite
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alle Privilegien der franzoͤſiſchen Verfaſſung zu⸗

ſwidder ſind.

2) Ueber Gewohnheitsrecht, weil, wie oben aus⸗

gefuͤhrt worden, der Code allen aͤltern Rechten

und auch den Gewohnheitsrechten die verbinden⸗ de Kraft entzogen ht.

Es fragt ſich aber: kann denn neben dem Code nicht ein Gewohnheitsrecht von neuem entſtehen, da der Code nicht, wie das allgemeine Landrecht

fuͤr die preußiſchen Staaten, verordnet, daß hin⸗ fuͤhro nicht auf Gewohnheitsrechte Ruͤckſicht ge⸗ noommen werden ſolle? Ich glaube unbedenklich. Fur die coutumes, welche ſich in der Folge et⸗ wa in Frankreich noch bilden ſollten, fehlt es nun zwar an geſetzlichen Beſtimmungen im Code Napoléon; indes thut das nichts zur Sache, da das roͤmiſche Recht hier ſo treffliche Entſchei⸗ dungsnormen an die Hand giebt. Es wuͤrde auch ſonderbar ausſehen, wenn ein Geſetzbuchh ſchon Normen fuͤr erſt kuͤnftig entſtehende Rechts⸗ inſtitute vorſchreiben wollte. 3) Ueber Abrogation der Geſetze. Von einem eignen Ditel, welcher im livre préliminaire von dieſer Materie handelte, iſt in den Code auch nichts uͤbergegangen. Man nahm wohl an, daß ſich entweder alles ſchon von ſelbſt verſtehe, oder alles zur jurisprudence gehoͤre, die von dem Code ausgeſchloſſen blieb. In dem Project fin⸗ det ſich eine abrogation expreſſe und tacite. Die erſte iſt, quand elle(naͤmlich die Abroga⸗ tion) elt litteralement prononcée par la loi nouvelle. Die letztere, ſi la nouvelle loi renferme des dispoſirions contraires à cel- les des lois antérieures.