Teil eines Werkes 
Zweites Stück (1808)
Entstehung
Seite
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Es ſoll alſo gar ein dieſem zuwider laufendes Ver⸗

fahren des Richters zur Caſſation berechtigen. 3) In Criminalfaͤllen hingegen iſt zwar auch dem

Richter das Recht der doctrinellen Erklaͤrung zu⸗ ſtaͤndig, er darf aber nicht wie in Civilfaͤllen das Geſetz ergaͤnzen. In dem Art. 13 des Projects heißt es: Dans les matières criminelles, le juge ne peut en aucun cas ſuppléer a la loi. Zwar iſt nun dieſer Artikel nicht in den Code aufgenommen worden, aber man ſieht doch aus

mit der vierte Artikel angenommen worden iſt.

Denn auf die Erinnerung von Cambacé- res, daß die in Vorſchlag gebrachte Redaction dieſes Arrikels ſehr leicht zur Uſurpation der Tri⸗

bunaͤle uͤber die geſetzgebende Gewalt Veranlaſ⸗

ſung geben koͤnne, bemerkt Portalis unter an⸗

dern, daß in Criminalfaͤllen ſchon eine Ausnah⸗ me ſtatt finde. Man kann annehmen, daß 1)) wenn durch das Geſetz eine Handlung nicht zum Verbrechen gemacht, oder doch die Strafe nicht beſtimmt worden, der Richter nach dem Geiſte des Code Napoléon nicht berechtigt ſei, vermoͤge der Analogie oder einer andern Quelle eigenmaͤchtig zu ergaͤnzen. Und eben ſo we⸗

nig 2) wenn das Geſetz uͤber Gegenſtaͤnde des

peinlichen Verfahrens ſchweigt, ſondern daß er in beiden Faͤllen zu der geſetzgebenden Behoͤrde ſeine Zuflucht nehmen und um Inſtruction bit⸗ ten muͤſſe. 5

Ueberall duͤrften auch nicht blos in Anſehung der Ergaͤnzung, ſondern ſelbſt der gemeinen In⸗

terpretation der Geſetze, die Criminalfaͤlle nicht unter der Vorſchrift dieſes Artikels ſo ſtrenge als die Civilfaͤlle ſehen. Denn es fallen hier mehre⸗

den Discuſſionen, daß im Geiſte dieſes ArtikKels

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