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Gesetzbuch Napoleons : mit den Veränderungen, die durch das Gesetz vom 3. September 1807 gemacht worden sind / aus dem französischen officiellen Texte übersetzt von Daniels, Substituten des kaiserlichen General-Procurateurs bey dem Cassations-Hofe zu Paris
Entstehung
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I. Buch. I. Tit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte. 12

ſchenzeit ſich ſtellen, oder in Verhaft genommen werden, von der Ausuͤbung der Civil⸗Rechte ausgeſchloſſen.

Ihre Guͤter werden auf eben die Art verwaltet, und ihre Rechte ausgeuͤbt, wie dieß bey Abweſenden der Fall iſt.

29. Wenn derjenige, der in contumaciam verurtheilt worden, ſich in fuͤnf Jahren von dem Tage der Vollſtreckung des Urtheils zu rechnen freywillig ſtellt, oder in dieſer Zwiſchen zeit ergriffen und in Verhaft genommen worden, ſo iſt das Urtheil hierdurch von Rechtswegen vernichtet; der Angeklagte wird in den Beſitz ſeiner Guͤter wieder eingeſetzt und aufs neue gerichtet, und wenn er durch dieſen neuen Gerichts ſpruch zu derſelben, oder auch zu einer andern Strafe, die gleichfalls den buͤrgerlichen Tod nach ſich zieht, verurtheilt worden, ſo ſoll dieſer nur von dem Tage an Statt haben, an welchem das zweyte Urtheil vollſtreckt wurde.

30. Wird derjenige, der in contumaciam verurtheilt war, und ſich entweder nicht geſtellt hatte, oder erſt nach fuͤnf Jah⸗ ren in Verhaft genommen worden, durch das neue Urtheil los⸗ geſprochen, oder nur zu einer Strafe verurtheilt, die den buͤrgerlichen Tod nicht nach ſich zieht, ſo ſoll er fuͤr die Zu kunft und von dem Tage an, da er wieder bey Gerichte er⸗ ſchienen iſt, in den vollen Genuß ſeiner Civil⸗Rechte wie⸗ der eintreten; aber das erſte Urtheil behaͤlt fuͤr das Ver gangene die Wirkungen, welche in der Zwiſchenzeit, die nach Ablauf der fuͤnf Jahre, bis zum Tage ſeiner Erſchei⸗ nung vor Gerichte, verſtrichen iſt, der buͤrgerliche Tod nach ſich gezogen hat.

31. Stirbt derjenige, der in contumaciam verurtheilt war, in der Gnadenzeit von fuͤnf Jahren, ohne ſich geſtellt zu haben, oder ergriffen und in Verhaft genommen zu ſeyn; ſo wird er ſo angeſehen, als ſey er im unverletzten Zuſtande ſeiner Rechte geſtorben. Das Contumacial⸗Urtheil ſoll hier durch kraft des Geſetzes vernichtet ſeyn. Der Klage des be ſchaͤdigten Theils geſchieht gleichwohl dadurch kein Abbruch; ſie kann aber wider die Erben des Verurtheilten nur durch einen Civil⸗Prozeß angeſtellt werden.